Nichtraucherpapst wird heute 70: Fünf Fragen an Robert Rockenbauer

Robert Rockenbauer setzt sich seit 45 Jahren für den Nichtraucherschutz ein. Auch mit 70 Jahren ist der Innsbrucker noch aktiv.

Robert Rockenbauer, Nichtraucherschützer.
© rockenbauer

1. Wie fing Ihre „Mission“ an? Haben Sie selbst einmal geraucht?

Meine erste Zigarette probierte ich heimlich mit Freunden im Alter von 10 Jahren. Rauchte, weil es andere auch taten, aus Angeberei und um erwachsen zu wirken. Ich rauchte nur sehr wenig. Mit 20 war ich bereits überzeugter Nichtraucher. Der Rauch beim Essen hat mich immer mehr gestört und so habe ich 1975 die Innsbrucker SB-Restaurantbetreiber gebeten, Nichtraucher-Ecken zu schaffen.

2. Welche Erfolge würden Sie für sich verbuchen?

Schnell erkannt zu haben, dass nicht die Raucherentwöhnung zum Erfolg führt, sondern nur der konsequente Schutz vor dem Passivrauchen. Die Bewusstseinsstärkung der Nichtraucher mit Veranstaltungen, Aufklebern, Postern, Nichtraucher-Zeitung usw. hat dazu geführt, dass wir heute einen rauchfreien öffentlichen Raum haben.

3. Was antworten Sie Menschen, die sagen: „Lass mich doch in Ruhe rauchen?“

Der Raucher hat das Recht, sich gesundheitlich zu schädigen. Seine Freiheit endet dort, wo andere Mitmenschen zum Passivrauchen gezwungen werden. Rauchfreie Luft zu atmen, ist ein Grundrecht und gilt überall im öffentlichen Raum und im Wohnbereich.

4. Was muss in Österreich noch passieren?

Es fehlt immer noch der Schutz vor dem Passivrauchen überall dort, wo es Menschenansammlungen gibt und Nichtraucher dem nicht oder nur schwer ausweichen können. Das betrifft die Außengastronomie genauso wie die Bus- und Straßenbahnhaltestellen, aber auch Parks, Sportstadien, Bäder, Liegewiesen usw. Österreich hat hier gegenüber anderen Ländern noch einen erheblichen Aufholbedarf.

5. Wann würden Sie Ihren Auftrag als erfolgreich beendet betrachten?

Wenn wir eine passivrauchfreie Gesellschaft erreicht haben und der Anteil der Raucher unter 10 Prozent sinkt. Besser wäre noch eine rauchfreie Gesellschaft.

Das Interview führte Nicole Strozzi


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