Berg-Karabach: Schwere nächtliche Angriffe auf die Hauptstadt

Nach ersten Schätzungen sind etwa die Hälfte der Bevölkerung Berg-Karabachs auf der Flucht, darunter etwa 90 Prozent aller Frauen und Kinder. Vor eineinhalb Wochen sind die die Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan neu entbrannt.

Bei den heftigen Kämpfen um Berg Karabach wurden bereits unzählige Häuser zerstört und Menschen getötet. Bereits die Hälfte der Bewohner hat die Flucht ergriffen.
© Davit Ghahramanyan / NKR Infocenter / AFP

Stepanakert/Eriwan/Baku – In der Hauptstadt der selbst ernannten Republik Berg-Karabach hat es in der Nacht zum Mittwoch erneut schwere Angriffe gegeben. Fast stündlich heulten in Stepanakert die Alarmsirenen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Kurz darauf waren jedes Mal schwere Explosionen zu hören. Unklar war zunächst, ob es sich um Raketen-, Artillerie- oder Luftangriffe handelte.

Ein Bewohner sagte AFP, es seien zweifellos die schwersten Angriffe auf Stepanakert seit dem Wochenende, als aserbaidschanische Truppen die Stadt mit fast 50.000 Einwohnern erstmals unter Beschuss nahmen. Die Angriffe gingen auch bei Tagesanbruch weiter. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor.

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Halbe Bevölkerung auf der Flucht

Nach ersten Schätzungen sei etwa die Hälfte der Bevölkerung Berg-Karabachs auf der Flucht, darunter etwa 90 Prozent aller Frauen und Kinder, sagte der Bürgerbeauftragte von Berg-Karabach, Artak Belgarjan, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Rund 70.000 bis 75.000 Menschen seien betroffen.

Die ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan liefern sich seit Jahrzehnten einen erbitterten Konflikt um die Region im Südkaukasus, die mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird. Vor eineinhalb Wochen waren die Kämpfe neu entbrannt. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. (APA/AFP)


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