Hurrikan "Delta" mit Kurs auf Mexikos Halbinsel Yucatan

Der Hurrikan "Delta" auf einem Satellitenbild vom 6. Oktober.
© APA/AFP

Mexiko-Stadt – Ein schwerer Hurrikan hat sich am Mittwoch Mexikos Halbinsel Yucatan genähert. Der Wirbelsturm "Delta" werde in wenigen Stunden im Nordosten der Halbinsel auf Land treffen und starke Winde sowie lebensbedrohliche Sturmfluten mit sich bringen, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA in der Früh (Ortszeit) in seinem jüngsten Lagebericht mit.

In dem Gebiet im Nordosten Yucatans, über das "Delta" den Vorhersagen zufolge hinwegziehen wird, liegen beliebte Urlaubsorte wie Cancun, Cozumel oder Tulum. Nach Medienberichten, die sich auf Behördenangaben stützten, hielten sich in dem dortigen Bundesstaat Quintana Roo trotz der Corona-Pandemie rund 40.000 Touristen auf. Allein in Cancun standen laut Bürgermeisterin Mara Lezama 170 Notunterkünfte bereit.

Der Sturm war am Dienstag über dem Karibischen Meer als Hurrikan der zweithöchsten Stufe vier an den Cayman-Inseln vorbeigezogen, er schwächte sich laut Hurrikan-Zentrum aber mittlerweile auf die Kategorie drei ab. Seine Winde erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde, teilte das Hurrikan-Zentrum weiter mit. Dem jüngsten Lagebericht der Behörde zufolge befand er sich zuletzt 55 Kilometer von der Urlaubsinsel Cozumel entfernt und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 28 Kilometern pro Stunde in west-nordwestliche Richtung.

Warnung vor Welle von bis zu zehn Metern Höhe

Der Gouverneur von Quintana Roo, Carlos Joaquin, sagte am Dienstag, es würden Wellen von bis zu zehn Metern Höhe sowie Stromausfälle erwartet. Besonders bedrohte Gegenden wurden evakuiert und verzichtbare Aktivitäten eingestellt, auch im Nachbarstaat Yucatan. Mexikos Präsident Andres Manuel Lopez Obrador kündigte den Einsatz von 5000 Soldaten zum Katastrophenschutz an.

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"Delta" ist nach Angaben von Gouverneur Joaquin der stärkste Sturm in der Gegend seit 2005, als "Wilma" große Teile der weißen Sandstrände von Cancun wegspülte. Um sie wiederherzustellen, wurden um rund 20 Millionen US-Dollar 2,7 Millionen Kubikmeter Sand herbeigeschafft.

Auch für Kuba und die Cayman-Inseln wurde für die kommenden Tage starker Regen vorhergesagt. Nach Angaben des Hurrikan-Zentrums war damit zu rechnen, dass er sich über Land etwas zunächst abschwächen, dann aber bei seinem Durchzug über den südlichen Golf von Mexiko wieder an Kraft gewinnen würde. Am späten Donnerstag könne er wieder zum Hurrikan der Stufe vier werden, teilte das Hurrikan-Zentrum weiter mit. Am Freitag dürfte er sich dem nördlichen Golf - und damit der US-Küste - nähern.

Die Hurrikan-Saison im Atlantik, die von Juni bis November dauert, fällt dieses Jahr besonders heftig aus. Die 21 Namen, die in alphabetischer Reihenfolge für die Stürme vorgesehen waren, sind bereits aufgebraucht, so dass nun auf das griechische Alphabet zurückgegriffen wird. Das passierte zuletzt ebenfalls im Jahr 2005. Die zunehmende Intensität tropischer Wirbelstürme, die für ihre Entstehung warmes Wasser brauchen, ist Experten zufolge eine Folge des Klimawandels. (APA/dpa)


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