Albern, intelligent, unvergessen: Kabarettist Herbert Feuerstein ist tot

Zusammen mit Harald Schmidt bildet Herbert Feuerstein über Jahre ein kongeniales Duo im Unterhaltungsfernsehen. Der feinsinnige, eigenwillige und sehr gebildete Kabarettist glänzte zudem in Reiseformaten und der „Lindenstraße". Im Alter von 83 Jahren ist er nun gestorben.

Herbert Feuerstein auf einem Archivbild im Jahr 2007.
© dpa

Köln – Der Journalist und Entertainer Herbert Feuerstein ist am Dienstag im Alter von 83 Jahren gestorben. Das meldet sein Haussender WDR unter Berufung auf Feuersteins Ehefrau. Der in Zell am See geborene Feuerstein war 20 Jahre lang Chef des Satire-Magazins „MAD“ und bekam 1973 mit „Wild am Sonntag“ seine erste eigene TV-Sendung im Ersten.

Bekanntheit erlangte er vor allem an der Seite von Harald Schmidt. Das Duo moderierte gemeinsam Sendungen wie „Schmidteinander", wo Feuerstein als Schmidts Prügelknabe Furore machte, und die Ratesendung „Pssst...".

Des Weiteren war Feuerstein als Kidnapper von Mutter Beimer in der „Lindenstraße" zu sehen sowie als Forscher und Entdecker in „Feuersteins Reisen". Der Kabarettist bot beste Unterhaltung im Dauerakkord: In „Feuersteins Nacht" unterhielt er sein Publikum jeweils zwölf Stunden lang live.

Zahlreiche Auszeichnungen

Feuerstein kam 1937 in Zell am See zur Welt. Er arbeitete zunächst als Journalist, war in den USA tätig und wurde in Deutschland Chefredakteur des „Mad"-Magazins, das unter ihm äußerst populär wurde. Ab den 1990er Jahren war er vor allem im Fernsehen zu sehen, wo er für sein feinsinniges Wirken mit einer Reihe von Preisen wie dem Grimme-Preis, dem Bambi und dem Comedy-Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

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WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte Feuerstein am Mittwoch für „seinen klugen Humor, seine herrliche Albernheit, den intelligent durchdachten Anarchismus und viele, viele höchst unterhaltsame Fernseh- und Hörfunkstunden“. „So oft hat er uns zum Lachen gebracht. Heute sind wir traurig", so Buhrow. (dpa, TT.com)


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