Französisches Parlament verlängert Frist für Abtreibung von 12 auf 14 Wochen

Befürworter argumentierten, dass nur rund drei Prozent der Gynäkologen und Hebammen in Frankreich derzeit Abtreibungen durchführten. Dadurch komme es zu langen Wartezeiten.

(Symbolbild)
© Getty Images/iStockphoto

Paris – Das französische Parlament hat die Frist für Abtreibungen von 12 auf 14 Wochen verlängert. Die Nationalversammlung verabschiedete am Donnerstagabend nach hitzigen Debatten eine entsprechende Gesetzesvorlage, wie französische Medien Freitag laut Kathpress berichteten. 86 Abgeordnete stimmten dafür, 59 dagegen; 7 enthielten sich.

Gesundheitsminister Olivier Véran nannte den Gesetzestext "verfrüht". Dieser wird nun im Senat geprüft. Die konservative Mehrheit dort könnte die Vorlage noch gründlich überarbeiten.

Die Befürworter der Fristverlängerung argumentierten, dass nur rund drei Prozent der Gynäkologen und Hebammen in Frankreich derzeit Abtreibungen durchführten. Dadurch komme es zu langen Wartezeiten. Um zu vermeiden, dass Abtreibungen deshalb nicht durchgeführt würden, müsse die Frist verlängert werden, in der sie legal möglich sind. Derzeit gingen viele Schwangere nach Spanien, Großbritannien oder in die Niederlande, wo Abbrüche bis zur 22. Woche erlaubt seien.

Seit 2001 werden in Frankreich im Jahresdurchschnitt rund 230.000 Abtreibungen durchgeführt. Etwa jede vierte Schwangerschaft wird dadurch beendet. (APA)

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