Brunner feiert in Sölden ihr Comeback: „Denen werde ich es zeigen“

Tirols Ski-Star Stephanie Brunner (26) wird nach drei Kreuzbandrissen und 21 Monaten ohne Rennen beim Weltcup in Sölden (17.10.) starten. Die Stoppuhr ignoriert sie dabei.

Die Tuxerin Stephanie Brunner fuhr in Sölden bei den letzten drei Auftritten in die Top fünf.
© gepa steiner

Frau Brunner, wie schwer haben Sie sich die gestrige Entscheidung über einen Start in Sölden gemacht?

Stephanie Brunner: Ich habe drei Tage richtig gut trainiert, deshalb ist die Entscheidung heute gefallen, dass es gut passt, wenn ich fahre. Erwarten kann man sich nicht viel von mir. Aber ich folge meinem Bauchgefühl und irgendwann muss ich schließlich ja wieder Rennen fahren. Das Knie ist zu 100 Prozent belastbar, im Training fühle ich mich sehr wohl, da denke ich gar nicht mehr an die Verletzung. Und Sölden ist für den Start ein guter Boden, weil ich da immer gut gefahren bin.

Sie waren in Sölden 2016 bis 2018 zweimal Vierte, einmal Fünfte ...

Brunner: Ja, ich fühle mich hier wohler, weil ich auf dem Berg gute Ergebnisse gefahren bin. Ich weiß, wie schwierig der Hang sein kann. Vor zwei Jahren war es auch richtig anspruchsvoll, da bin ich beim Comeback auf Rang fünf gefahren. So etwas motiviert ungemein. Ich weiß, wie ich auf dem Hang zu handeln habe. Es ist eine Standortbestimmung, danach habe ich genug Zeit, um mich zu verbessern.

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Spielt dabei der Gedanke eine Rolle: Jetzt fahre ich in Sölden, wer weiß, wie viele Rennen es angesichts der Corona-Pandemie noch gibt?

Brunner: Nein, gar nicht. Wir haben den nächsten Riesentorlauf erst in zwei Monaten, die Saison startet im Dezember wieder richtig durch. Ich glaube nicht, dass da was Gröberes sein wird. Über Corona will ich aber gar nicht mehr viel reden.

🎿 Weltcup-Auftakt in Sölden

  • Samstag, 17. Oktober: 10/13 Uhr Damen-Riesentorlauf
  • Sonntag, 18. Oktober: 10/13.15 Uhr Herren-Riesentorlauf

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  • Damen: Eva-Maria Brem, Stephanie Brunner, Nadine Fest, Franziska Gritsch, Ricarda Haaser, Katharina Huber, Katharina Liensberger, Elisa Mörzinger, Bernadette Schild, Ramona Siebenhofer, Katharina Truppe
  • Herren: Manuela Feller, Marco Schwarz, Stefan Brennsteiner, Roland Leitinger, Matthias Mayer, Vincent Kriechmayr, Patrick Feurstein, Raphael Haaser.

Dann reden wir über Ihren neuen Ski: Sie sind von Head zu Atomic gewechselt, konnten nun gut einen Monat trainieren. Wie viel Vertrauen haben Sie in das Material?

Brunner: Ich habe gut reingefunden, fühle mich sehr, sehr wohl, das habe ich im Riesentorlauf-Training gesehen. Nach drei Verletzungen brauchte es was Neues. Atomic hat mich sofort aufgenommen. Die stehen hinter mir und wissen, dass ich mich raufkämpfen muss. Und sie wissen: Ich kann es noch einmal schaffen.

Gab es daran Zweifel?

Brunner: Von mir nicht.

Aber von Kritikern abseits der Piste?

Brunner: Denen werde ich es zeigen. (lacht)

Haben Sie im Training die Zeiten mit den Kolleginnen verglichen?

Brunner: Die Trainer haben das getan, ich nicht. Ich möchte mir da keinen Druck machen. Wenn da mit Zeit gefahren wird, fühlt man sich gleich ganz anders. Aber ich will mich technisch weiterentwickeln. Die Trainer haben gesagt, es schaut gut aus, ich kann fahren. Die werden es schon wissen. (lacht)

Das Gespräch führte Roman Stelzl


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