"Der Fluch von Pompeji": Kanadierin gab gestohlene Steine zurück

2005 hatte eine Kanadierin Steine aus den archäologischen Ausgrabungen in Pompej gestohlen. Seither sei die vom Pech verfolgt, so die 36-Jährige, die das Diebesgut nun zurückgab.

Italiens wichtigste Ausgrabungsstätte Pompeji.
© Tiziana FABI / AFP

Rom/Neapel – Eine Kanadierin, die 2005 einige Steine aus den archäologischen Ausgrabungen in Pompeji stahl, hat sie dem archäologischen Park mit der Begründung zurückerstattet, seit dem Diebstahl vom Pech verfolgt zu sein. Finanzielle und schwere Gesundheitsprobleme hätten die 36-Jährige geplagt, seitdem sie bei einem Besuch in Pompeji die Steine aus den Ausgrabungen entwendet hatte.

In einem Begleitschreiben an die Inhaberin einer Reisegesellschaft in Pompeji sandte die Kanadierin, die mit "Nicole" unterzeichnete, die Steine mit der Bitte zurück, sie dem archäologischen Park zu übergeben, berichteten italienische Medien. Die Frau entschuldigte sich für ihre Geste, aus der sie viel gelernt habe. "Ich war jung und dumm. Ich wollte ein Stück Geschichte mit nach Hause nehmen und habe dabei nicht bedacht, was genau ich da mitnahm: Ein Stück Geschichte, in der sich starke negative Energie versteinert hat. Viele Personen sind auf schreckliche Weise umgekommen und ich habe Steine aus dieser verwüsteten Gegend mitgenommen", schrieb Nicole.

"Will diesen Fluch nicht an Familie und Kinder weitergeben"

"Seitdem hat das Pech mich und meine Familie verfolgt. Ich bin zwei Mal an Brustkrebs erkrankt. Meine Familie und ich haben schwere finanzielle Probleme erlitten. Wir sind anständige Leute und ich will diesen Fluch nicht an meine Familie und meine Kindern weitergeben", hieß es im Brief. Die Inhaberin der Reisegesellschaft übergab die Steine aus Kanada den Carabinieri in Pompeji.

2019 besuchten vier Millionen Menschen die Ausgrabungsstätte.
© Tiziana FABI / AFP

Die Carabinieri erhielten kürzlich einen weiteren anonymen Brief von einem Paar, das ebenfalls 2005 Pompeji besichtigt hatte. "Wir senden diese Steine zurück, die wir bei einem Besuch 2005 entwendet haben. Wir haben sie mitgenommen, ohne an das Leid und den Schmerz dieser armen Seelen zu denken, die bei dem Vesuv-Ausbruch auf schreckliche Weise gestorben sind. Bitte verzeiht uns unsere Geste", hieß es im Schreiben, das von "Alastair und Kimberly" unterzeichnet wurde.

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Die römische Stadt Pompeji am Golf von Neapel wurde im Jahr 79 ausgelöscht, als der Vesuv ausbrach und Asche und Lava die Siedlung unter sich begruben. Dabei starben rund 2000 Personen. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt wiederentdeckt. Heute ist Pompeji eine der am besterhaltenen antiken Stadtruinen und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. (APA)


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