Italien verschärft Corona-Maßnahmen, landesweiter Lockdown ausgeschlossen

Premier Conte hat in der Nacht eine Verordnung mit neuen Maßnahmen erlassen. Für Lokale und Restaurants wird etwa eine Sperrstunde ab Mitternacht eingeführt. Trotz steigender Infektionszahlen schließt Conte einen neuerlichen landesweiten Lockdown aber aus.

Die Regionen können die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen verschärfen, sie aber nicht lockern.
© ALBERTO PIZZOLI

Rom – Im Kampf gegen das Coronavirus zieht Italien wieder die Zügel an: Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte hat in der Nacht auf Dienstag eine Verordnung mit neuen restriktiven Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie erlassen. Die Verordnung wurde nach Beratungen mit den 20 italienischen Regionen verabschiedet und bleibt 30 Tage in Kraft.

Sperrstunde ab Mitternacht, private Feiern mit maximal 30 Gästen

Für Lokale und Restaurants wird eine Sperrstunde ab Mitternacht eingeführt. Nach 21 Uhr dürfen keine Gäste mehr vor Lokalen stehen, wie aus der Verordnung hervorgeht. Diskotheken bleiben geschlossen, private Feiern wie Hochzeiten und Taufen dürfen mit nur maximal 30 Gästen stattfinden. Kongresse und Messen sind nach wie vor erlaubt.

Bei Feiern in der eigenen Wohnung rät die Regierung in Rom, nicht mehr als sechs Gäste einzuladen. Wenn man Personen zu Hause empfängt, mit denen man nicht zusammenlebt, wird geraten, Mundschutz zu tragen. Schulausflüge werden verboten.

An Sportevents in Stadien sollen maximal 1000 Personen teilnehmen. In Kinos und Theatern dürfen nach wie vor maximal 200 Personen sitzen, bei Freilichtevents werden weiterhin 1000 Zuschauer zugelassen. In der neuen Verordnung wird die vergangene Woche eingeführte Mundschutzpflicht im Freien bestätigt. Joggen im Freien, sowie Radfahren ist ohne Maske erlaubt. Die Quarantänezeit für symptomfreie Infizierte wird von 14 auf zehn Tage reduziert. Die Regionen können die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen verschärfen, sie aber nicht lockern.

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Lockdown im ganzen Land ausgeschlossen

Premier Conte schloss trotz steigender Zahlen von Infektionsfällen einen Lockdown auf gesamtstaatlicher Ebene aus. „Wir haben hart gearbeitet, um einen neuen Lockdown im ganzen Land zu vermeiden", sagte Conte am Montag. „Inzwischen haben wir die Krankenhäuser und das Gesundheitswesen gestärkt. Wir führen eine beeindruckende Zahl von Tests durch", erklärte Conte. Sollte die Epidemiekurve weiter steigen, könnte es jedoch zu beschränkten Lockdowns kommen.

Die italienischen Gesundheitsbehörden haben am Montag einen leichten Rückgang bei den neuen Fällen verzeichnet, allerdings stieg die Zahl der Todesopfer. 4619 neue Infektionen wurden in 24 Stunden registriert, am Vortag waren es 5456 gewesen. Außerdem wurden 39 Todesfälle gemeldet, am Sonntag waren es 26. Die Zahl der Toten in Italien seit Beginn der Epidemie im Februar stieg somit auf 36.205. (APA)


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