Hauptverdächtiger nach Vergewaltigung in Pakistan festgenommen

Zwei Männer hatten in Lahore eine Frau aus ihrem Auto gezerrt und vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigt. Daraufhin kam es zu landesweiten Protesten. Der Polizeichef der Millionenstadt gab dem Opfer eine Mitschuld, die Behörden verbaten Medien, über den Fall zu berichten.

Die Vergewaltigung und der Umgang der Behörden damit hat für landesweite Proteste gesorgt.
© Asif HASSAN / AFP

Islamabad – Rund einen Monat nach der Vergewaltigung einer Frau nahe der pakistanischen Stadt Lahore hat die Polizei den flüchtigen Hauptverdächtigen festgenommen. Der 27-Jährige sei durch DNA-Proben ermittelt und am Montag festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher in der Provinz Punjab am Dienstag. Ein mutmaßlicher Komplize wurde bereits Mitte September gefasst.

Die beiden Männer werden beschuldigt, eine Frau am 9. September aus ihrem Auto gezerrt und zusammen vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigt und ausgeraubt zu haben. Die Vergewaltigung hatte zu einem landesweiten Aufschrei mit Protesten geführt.

Für Empörung sorgten auch Äußerungen des Polizeichefs der Millionenstadt Lahore. Dieser hatte der Frau eine Mitschuld gegeben mit der Begründung, dass sie nachts ihr Haus verlassen habe und eine einsame Straße entlang gefahren sei. Zahlreiche Pakistaner kritisierten die Worte als „Victim Blaming“ – also als Täter-Opfer-Umkehr. Vor rund zwei Wochen untersagten Pakistans Behörden den Medien, über den Fall zu berichten. (dpa)

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