Steus schwierige Rückkehr auf die Unglücksbahn in Sigulda

25 Schrauben und zwei Platten halten das geschädigte Bein von Doppelsitzer-Rodler Thomas Steu seit seinem Unfall in Sigulda zusammen. Die Rückkehr nach Lettland fiel dem 26-Jährigen nicht leicht.

ÖRV-Rodler Thomas Steu blickt optimistisch in die Zukunft.
© GEPA pictures/ Andreas Pranter

Sigulda – Es war der 22. Jänner dieses Jahres, als die sportliche Laufbahn von Thomas Steu am seidenen Faden hing. Beim Training für das Kunstbahnrodel-Weltcuprennen in Sigulda (LAT) stürzte der Doppelsitzer-Pilot mit seinem Tiroler Partner Lorenz Koller schwer. Der Vorarlberger zog sich einen Schien- und Wadenbeinbruch, einen luxierten Knöchel und einen Handgelenksbruch zu und musste sich anschließend mehreren Eingriffen unterziehen. 25 Schrauben und zwei Platten halten das geschädigte Bein seither zusammen.

Knapp neun Monate später war es so weit: Steu wagte sich wieder in einen Eiskanal. Und ausgerechnet die Bahn in Lettland diente dem 26-Jährigen vergangenes Wochenende als Stätte seines Comebacks. „Bevor ich wieder auf den Schlitten bin, habe ich mir schon überlegt, warum es zu diesem Sturz kam. Es war kein klarer, sondern ein krasser Fahrfehler, kombiniert mit einem Material, das hier nicht funktioniert hat“, war für den Olympia-Vierten von 2018 die Ursachenforschung rasch abgeschlossen.

Ganz wohl war dem sonst so coolen Steu aber vor seinem ersten Lauf dann doch nicht. „Ich bin mit einer Einsitzerrodel gestartet, um mich langsam heranzutasten. Das hat auch dem Kopf gutgetan. Aber ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig nervös war“, verriet der Heeressportler. Bei der ersten gemeinsamen Fahrt mit Partner Koller war zwar „keine Angst, aber Respekt dabei“. Und ausgerechnet die Unglücksstelle wurde dem Duo erneut zum Verhängnis: Diesmal ging der Sturz aber glimpflich aus. „Wir waren erleichtert, dass nichts passiert ist.“

Schuld daran könnte das noch fehlende Feingefühl im lädierten linken Bein sein. Aktuell fährt der Bludenzer noch mit einem zusätzlichen Socken und einem Schoner für zusätzlichen Schutz. „Vom Schoner muss ich mich trennen, der macht das Lenken deutlich schwerer“, betonte Steu, der erst nach dem Saisonende im März „das ganze Metall“ aus dem Körper bekommt. Bis dahin sind Kniebeugen, Sprinten oder Aufwärtsgehen gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. Hauptsache das Rodeln funktioniert. (alm)


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