Erst im Herbst konnte Kletterhoffnung Gundolf richtig aufblühen

Louis Gundolf will sich stetig nach oben hanteln.
© Moritz Liebhaber

Starke Halsschmerzen, Fieber und ein gerüttelt Maß an Schüttelfrost – als wäre das nicht schon Misere genug, mischte sich in diesem Sommer – nona – der wiederholte Verdacht einer Corona-Infektion. „Eine Zeit lang habe ich mich jedes Wochenende testen lassen“, erinnert sich Louis Gundolf mit Schrecken. Das Ergebnis war stets dasselbe: negativ.

Krank fühlte er sich dennoch. Letztlich waren es entzündete Mandeln, die nach mehr oder minder erfolgsarmer Antibiotika-Behandlung Anfang Juli entnommen wurden.

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Nach gut zweimonatiger Zwangspause dauerte es freilich eine Weile, bis Tirols Kletterhoffnung wieder zu Kräften kam. Umso erstaunlicher schlug er sich vor drei Wochen bei den Staatsmeisterschaften in Innsbruck, als der 18-jährige Pitztaler im Vorstieg nur dem dreifachen Weltmeister Jakob Schubert und dem Niederösterreicher Stefan Scherz den Vortritt lassen musste. Und am Wochenende, bei den international besetzten deutschen Meisterschaften im Allgäu, jubelte der Sport-BORG-Schüler hinter Christoph Hanke (GER) und vor Sascha Lehmann (SUI) über Silber.

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Weil Österreich Corona-bedingt keine Athleten zur Europameisterschaft Ende November nach Moskau entsendet, darf Gundolf getrost von einem gelungenen Saisonabschluss sprechen. Obwohl: „Wettkämpfe wird es in diesem Jahr wohl keine mehr geben, aber auf dem Fels habe ich schon noch ein paar Projekte im Auge.“ Konkret zieht es den Teenager übernächste Woche in die Schweiz, wo ein Mehrseillängen-Projekt ansteht, gefolgt von Filmaufnahmen für seinen Südtiroler Ausrüster.

Von einem Happyend nach einer schwierigen Saison kann auch Jessica Pilz sprechen. Die Niederösterreicherin war bei den deutschen Meisterschaften eine Klasse für sich und gewann vor ihrer Teamkollegin Eva-Maria-Hammelmüller. (m. i.)


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