Goldman Sachs verdoppelt Gewinn in Corona-Krise: Börsenhandel boomt

Während viele unter der Corona-Krise leiden, jubeln andere: Die Investmentbank Goldman Sachs konnte ihren Gewinn um 94 Prozent steigern. Besonders florierte der Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen.

Das Gebäude der Investmentbank Goldman Sachs in New York City.
© JOHANNES EISELE

New York – Der florierende Börsenhandel in der Corona-Krise hat der US-Investmentbank Goldman Sachs ein starkes drittes Quartal beschert. Der Gewinn kletterte im Jahresvergleich um 94 Prozent auf 3,5 Mrd. Dollar (3 Mrd. Euro), wie der Finanzkonzern am Mittwoch in New York mitteilte. Die Erträge steigerte Goldman Sachs um 30 Prozent auf 10,8 Mrd. Dollar.

Besonders rund lief es in der für den Wall-Street-Riesen so wichtigen Handelssparte mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen. Hier legten die Erlöse um 49 Prozent zu. Gute Zuwächse verbuchten auch die Vermögensverwaltung und das klassische Investmentbanking, zu dem die Betreuung und Beratung von Unternehmen bei Börsengängen zählt. Die Aktie reagierte vorbörslich mit deutlichen Kursgewinnen.

Anders als die meisten US-Großbanken ist das Privatkundengeschäft im Massenmarkt bei Goldman sehr überschaubar. Deshalb halten sich auch die Rückstellungen für drohende Kreditausfälle in Grenzen, was der Bilanz zugutekommt. Der Konzern legte zuletzt weitere 278 Mio. Dollar beiseite, über 80 Prozent weniger als im Vorquartal. Insgesamt übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten klar.

Bank of America mit deutlich niedrigerem Gewinn

Die Corona-Krise hinterlässt bei der Bank of America indes deutliche Spuren. Der Nettogewinn brach im dritten Quartal um 15,8 Prozent auf 4,44 Milliarden Dollar (3,7 Mrd. Euro) ein, wie das Geldhaus am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten allerdings mit einem noch deutlicheren Rückgang gerechnet. Die Bank profitierte nicht ganz so sehr wie ihre heimischen Wettbewerber von dem florierenden Aktien- und Anleihehandel im Sommer.

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Die Erträge in den Sparten legten weniger stark zu als bei JPMorgan und Citigroup. BofA-Aktien gaben im vorbörslichen Handel an der Wall Street gut ein Prozent nach.

Die Gesamterträge gingen im Quartal um 11 Prozent auf 20,3 Milliarden Dollar zurück und auch die Kosten waren geringer als im Vorjahreszeitraum. Dafür schlugen deutlich höhere Rückstellungen für faule Kredite zu Buche. Die Risikovorsorge war mit 1,4 Milliarden Dollar fast doppelt so hoch.

Bank of America ist im Gegensatz zu Konkurrenten wie Goldman Sachs oder JPMorgan stark im Privatkundengeschäft tätig und leidet unter den niedrigeren Zinsen und einem schwächeren Kreditgeschäft. Im Kampf gegen die Coronakrise hat die US-Notenbank Fed den Leitzins auf fast null Prozent gesenkt. Verunsicherte Verbraucher halten ihr Geld zusammen und schrecken vor Neuanschaffungen zurück. (APA, Reuters)


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