Tiroler Polizei strafte 219 Gurtmuffel und 199 Handynutzer ab

In nur acht Stunden hat die Tiroler Polizei 418 Strafen wegen Verstößen gegen die Gurtpflicht und wegen Handynutzung am Steuer verteilt. Das Land startet jetzt eine Verkehrssicherheitskampagne.

Auch Radfahrer werden immer wieder mit dem Smartphone in der Hand erwischt. Sie dürften ebenfalls nur mit Freisprecheinrichtung telefonieren.
© Land Tirol/Polizei

Innsbruck – Es ist in Tirol offenbar immer noch nicht überall angekommen: Sicherheitsgurte und Kinderrückhaltesysteme verhindern bei einem Unfall schwere Verletzungen und können Leben retten. Handynutzung im Straßenverkehr kann hingegen Leben kosten.

Erschütternd, dass die Polizei bei Kontrollen immer noch Fahrzeuglenker ertappt, die gegen die Vorschriften verstoßen. So auch bei dem jüngsten Schwerpunkt der Tiroler Polizei, bei dem in nur acht Stunden insgesamt 418 Übertretungen beanstandet wurden. So gab es

◼️ fünf Anzeigen wegen Missachtung der Kindersicherungspflicht,

◼️ zehn Anzeigen wegen Missachtung der Gurtpflicht,

◼️ 204 Organmandate wegen Missachtung der Gurtpflicht,

◼️ 17 Anzeigen wegen Telefonierens ohne Freisprecheinrichtung oder verbotener Handynutzung und

◼️ 182 Organmandate wegen Telefonierens ohne Freisprecheinrichtung bzw. verbotener Handynutzung.

🔊 Land Tirol startet Sicherheitskampagne

Das Verwenden von Sicherheitsgurten und die richtige Kindersicherung stehen immer wieder im Mittelpunkt von diversen Verkehrssicherheitskampagnen, mit denen versucht wird, die großen Vorteile von Gurt und Rückhaltesystemen bewusst zu machen.

Unaufmerksamkeit bzw. Ablenkung ist mittlerweile die häufigste Unfallursache bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden.
© Land Tirol/Polizei

Hinsichtlich der Handynutzung im Straßenverkehr startete das Land Tirol gemeinsam mit der Polizei und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) im heurigen Jahr die Verkehrssicherheitskampagne „Sei smart – kein Phoner!“ Die Kampagne soll auf die Gefahren von Handynutzung im Straßenverkehr aufmerksam machen.

In jedem Jahr werden mehrere landesweite Schwerpunktaktionen durchgeführt. Auch in dieser Woche führte die Tiroler Polizei an einem ausgewählten Tag in allen Bezirken verstärkte Verkehrskontrollen durch, die speziell den Themen Sicherheitsgurt, Kindersicherung und Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung bzw verbotener Handynutzung gewidmet waren.

🚘 Appell zum Sicherheitsgurt

Die Polizei appelliert an Fahrzeuglenker: „Berücksichtigen Sie am Beginn einer jeden Fahrt: Tür – Gurt– und erst dann Start.“ Die Sicherungspflicht gilt für alle Fahrzeuginsassen, auch für Beifahrer und Mitfahrer auf der Rückbank. Im Falle eines Unfalles kann der Sicherheitsgurt Leben retten oder die Schwere der Verletzung minimieren. Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall schwere oder sogar tödliche Verletzungen davonzutragen, ist für nicht angeschnallte Insassen um ein Vielfaches höher.

Mehr als 10.000 Strafzettel hat die Tiroler Polizei heuer schon ausgestellt, weil Fahrzeuglenker ihr Smartphone in der Hand hielten, während sie fuhren.
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Der Verstoß gegen die Gurtpflicht im Auto kostet 35 Euro: Lenker und Mitfahrer sollten aber schon aus Schutz der eigenen Sicherheit auf die Verwendung des Sicherheitsgurts achten. Von zentraler Bedeutung ist auch die richtige Sicherung von Kindern im Fahrzeug. Sie brauchen ein geeignetes Rückhaltesystem dem Alter und der Größe entsprechend. Verstöße führen zu einer Verwaltungsstrafe und einer Vormerkung im Führerscheinregister.

📵 Appell zum Telefonieren mit Freisprecheinrichtung:

Im Jahr 2020 wurden von der Tiroler Polizei bereits 10.483 Übertretungen wegen Telefonierens ohne Freisprecheinrichtung bzw. verbotener Handynutzung während der Fahrt abgestraft. Im Jahr 2019 lagen die Zahlen zum selben Zeitpunkt bei rund 9000.

Wer während der Fahrt mit seinem Smartphone beschäftigt ist, wird massiv abgelenkt und kann oft nicht mehr rechtzeitig oder angemessen reagieren.
© Land Tirol/Polizei

Umfragen und Untersuchungen haben ergeben, dass die Aufmerksamkeit von Handynutzern während der Fahrt deutlich abnimmt. Das bedeutet deutlich weniger Aufmerksamkeit auf Kosten der Verkehrssicherheit: Andere Verkehrsteilnehmer werden weniger oder gar nicht beachtet, die Folge sind Vorrangverletzungen, Nichtanhalten vor Schutzwegen, Nichteinhalten von Fahrspuren, Überfahren von Sperrlinien und andere Verstöße.

Handys gelten auch mehr als 20 Jahre nach dem Verbot ihrer Nutzung am Steuer als eine der Hauptunfallursachen im Straßenverkehr. Jährlich verunglücken zu viele Menschen, so die Polizei. Die Nutzung von digitalen Geräten im Straßenverkehr birgt viele Gefahren, die oft unterschätzt werden.

Wer auf das Telefonieren während der Fahrt nicht verzichten kann, sollte sich unbedingt eine Freisprecheinrichtung anschaffen oder sonst den nächsten Parkplatz anfahren und erst dann telefonieren. Auf das Schreiben oder Lesen von Nachrichten oder das Surfen im Internet soll im Straßenverkehr generell verzichtet werden. Bei Verstößen droht übrigens eine Strafe von 50 Euro. (TT.com)


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