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Studie bestätigt Vorteile integraler Planung für KMU

Die integrale Planungsmethode Building Information Modeling – kurz BIM – gilt in der Baubranche als Inbegriff für Innovation. Wie sie erfolgreich eingesetzt werden kann und welche Vorteile sich daraus ergeben, zeigt eine aktuelle Forschungsstudie am Beispiel der Kindergartenerrichtung in Schwoich.

Die Studie bestätigt, dass BIM über den ganzen Projektverlauf hinweg zu positiven Ergebnissen geführt hat: Der Kindergarten konnte unter Einhaltung aller Kosten- und Terminvorgaben errichtet werden.
© Georg Fröch (Universität Innsbruck)

BIM stellt einen Umschwung im Bauwesen dar und treibt die Digitalisierung in der Branche voran. Im Wesentlichen geht es darum, die gesamte Wertschöpfungskette am Bau durch den Einsatz von vernetzten Informationstechnologien zu optimieren. Das Bauwerksmodell dient als Datenbasis für die integrale Zusammenarbeit. Es handelt sich somit nicht – wie oftmals vermutet – um eine Software, sondern um eine kooperative, digitale Arbeitsmethodik, die in allen Lebensphasen eines Gebäudes vom Planungs- über den Ausführungs- und Betreiberprozess bis hin zum Abriss Anwendung findet.

Anton Rieder, Landesinnungsmeister: „Die Studie hat gezeigt, dass sich die optimierte Kommunikation nicht nur positiv auf den gemeinsamen Projekterfolg auswirkt, sondern auch auf die Ziele aller mitwirkenden Unternehmen.“
© Ch. Ascher

Während große Bauunternehmen und Planungsbüros bereits aktiv damit arbeiten, stehen kleine und mittlere Unternehmen dem Umstieg auf BIM teils noch kritisch gegenüber. Um eine Wende im Bereich der Prozessoptimierung im Bauwesen zu unterstützen, wurde eine Studie von der Wirtschaftskammer Österreich Bundesinnung Bau in Auftrag gegeben und vom Arbeitsbereich für Baubetrieb, Bauwirtschaft und Baumanagement (i3b) der Universität Innsbruck durchgeführt. Untersucht wurde der Einsatz von BIM bei der Errichtung eines Kindergartens in Schwoich. Die dokumentierten Ergebnisse sollen insbesondere KMU einen praxisnahen Zugang zur Thematik ermöglichen.

Best-Practice-Beispiel: Kindergarten Schwoich

Die Studie bestätigt, dass BIM über den ganzen Projektverlauf hinweg, von der Bestellung durch den Bauherrn, der Planung und Ausschreibung bis hin zur Bauausführung funktioniert hat. Das Ergebnis ist ein bautechnisch optimiertes und hochqualitatives Gebäude, welches unter Einhaltung aller Kosten- und Terminvorgaben umgesetzt werden konnte.

Einer der vorrangigen Ansprüche seitens der Gemeinde als Bauherr war die frühe Einbindung der Nutzer in den Entwurfsprozess. Die virtuelle Begehung des Gebäudemodells mittels VR-Brillen konnte hierfür gezielt eingesetzt werden. Als größten Unterschied zur traditionellen Vorgehensweise sehen die Projektbeteiligten die verstärkte und offene Kommunikation untereinander, welche aus deren Sicht maßgeblich zu der konfliktfreien Planung beigetragen hat.

Termin- und Kostensicherheit für alle Beteiligten

In der Ausführungsphase wurde das BIM-Modell neben der digitalen Bautagesberichterstattung für die Vorfertigung von Bauteilen, für Materialbestellungen und als Ergänzung zu Ausführungsplänen herangezogen. Durch die damit einhergehende Optimierung des Ablaufes kam es zu keinen Überraschungen auf der Baustelle. Auf Wunsch des Bauherrn war es sogar möglich, das Gebäude trotz des Corona-bedingten Lockdowns einen Monat vor dem geplanten Termin fertigzustellen. „Mit BIM und den richtigen Partnern gelingt es, die Planung so treffsicher zu gestalten, ohne dass Kostenüberschreitungen entstehen. Wir sind heute noch überrascht, wie reibungslos dieses Projekt abgelaufen ist“, berichtet der Schwoicher Alt-Bürgermeister Josef Dillersberger.

Auch die Abrechnung nach Netto-Mengen konnte ein überzeugendes Feedback sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Auftragnehmerseite erreichen. „Die Studie hat gezeigt, dass sich die optimierte Kommunikation nicht nur positiv auf den gemeinsamen Projekterfolg auswirkt, sondern auch auf die Ziele aller mitwirkenden Unternehmen“, betont Landesinnungsmeister Anton Rieder.

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Website des Kompetenzzentrums Bauforschung www.forschung-bau.at


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