Entgeltliche Einschaltung

Lernen für ein besseres Leben

Mit dem Pilotprojekt „Stark fürs Leben“ an ausgewählten Tiroler Schulen sollen die psychosoziale Gesundheit und das seelische und körperliche Wohlbefinden fix im Lehrplan verankert werden.

Gemeinsam neue Wege gehen: Bei der Erziehung und Bildung von Kindern geht es immer um deren Zukunft.
© GrachevSergey

„Für das zukünftige Berufsleben sind neben der schulischen Ausbildung immer mehr auch soziale Fähigkeiten gefragt“, weiß Elisa Steiner BA, verantwortliche Projektleiterin in der Tiroler Service Stelle gesunde Schule der Österreichischen Gesundheitskasse.

20 Tiroler Schulen

Die Vermittlung dieser Schlüsselkompetenzen soll künftig auch an Tiroler Schulen verstärkt stattfinden. Derzeit absolvieren 37 Pädagoginnen und Pädagogen von 20 Tiroler Schulen eine eigene Ausbildung im Ausmaß von 200 (!) Stunden. Die Schülerinnen und Schüler profitieren bereits ab diesem Schuljahr im Rahmen eigener Unterrichtseinheiten.

„Mit dieser Initiative setzen wir in Tirol einmal mehr neue und moderne Maßstäbe in der Aus- und Weiterbildung unserer Kinder und Jugendlichen“, freut sich auch die zuständige Bildungslandesrätin Dr. Beate Palfrader. Irmgard Plattner, zuständige Vizerektorin der Pädagogischen Hochschule Tirol, betont: „Als größte Tiroler Ausbildungsstätte für Pädagoginnen und Pädagogen ist uns die Vermittlung der sozialen Kompetenzen ein zentrales Anliegen.“ Weitere Projektpartner sind die Bildungsdirektion für Tirol sowie die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau.

Als europäischer Vorreiter gilt dabei das deutsche Fritz-Schubert-Institut. Dessen Leiter Ernst Fritz-Schubert hatte 2007 an seiner Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg einen Pilotversuch gestartet. Um das Klima an der Schule zu verbessern und der Forderung von Organisationen wie WHO oder OECD nachzukommen, begründete er zusammen mit einem Kompetenzteam das „Schulfach Glück“ – mit dem Ziel, Lebenskompetenz, Lebensfreude und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und diese auch im Schulalltag zu realisieren.

Psychische Gesundheit

Seither ist viel geschehen. Das Schulfach ist mittlerweile nicht nur an der Willy-Hellpach-Schule, sondern in vielen anderen Schulen in Deutschland eingeführt. Jetzt schwappt dieser Schulversuch nach Österreich und Tirol. „Tatsache ist, dass wir bereits in den jungen Jahren den Grundstein für die Persönlichkeitsbildung und damit auch eine stabile psychische Gesundheit legen“, betont ÖGK-Landesstellenleiter Dr. Arno Melitopulos-Daum.

Mit dem wissenschaftlich evaluierten Konzept des Schulfachs Glück und in Zusammenarbeit mit dem Fritz-Schubert-Institut wird jetzt auch in Tirol, in Ergänzung zu bestehenden Angeboten, ein ganzheitlicher Rahmen geschaffen, der dies ermöglicht.

© Fotolia

"Stark fürs Leben" macht Schule

„Stark fürs Leben“ kann in allen Schularten in Tirol im Rahmen der Schulautonomie als Schulfach eingeführt werden.

Das Schulfach wird mit einem Minimum von einer Wochenstunde (Optimum zwei Wochenstunden) über vier Jahre unterrichtet. Im Schuljahr 2020/21 wird an den teilnehmenden Schulen das Schulfach in einer Pilotphase umgesetzt.

Voraussetzung für das Unterrichten des Schulfachs ist eine Qualifizierung im Rahmen der zweijährigen Seminarreihe „Stark fürs Leben“, die von der Österreichischen Gesundheitskasse gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Tirol angeboten wird. Weitere Informationen anfordern:

elisa.steiner@oegk.at

© ASTNBENG

Stimmen aus dem Schulalltag

Nicola Baumann, Volksschule Mieders: „‚Stark fürs Leben‘ schenkt mir als Lehrerin ein Zeitfenster, in dem ich mich – abseits vom Druck, den ich sonst habe, weil ich Stoff vermitteln muss – voll und ganz auf die Kinder konzentrieren kann und ihnen spielerisch dabei helfe zu erkennen, dass ganz viele Stärken und Talente in ihnen stecken, mit denen sie ihr Leben selbstbestimmt und glücklich wahrnehmen und gestalten können.“

Martin Steiner, Ski-Mittelschule Neustift: „Vor allem für Kinder, die Richtung Leistungssport gehen, ist es wichtig, dass sie sich ihrer Stärken bewusst werden. Dieses Programm soll sie darin bestärken, wie sie mit Niederlagen und Verletzungen besser umgehen können. Letztendlich geht es darum, dass sie selbst erkennen, was sie wirklich wollen. Das hilft in der Pubertät, in der die Gefühlswelt oft Kopf steht.“

Sophie Engele, eco Telfs: „Wir bieten das Programm als unverbindliche Übung an unserer Schule an. Das heißt, die Schüler kommen freiwillig am Mittwochnachmittag in die Schule. Es hat mich riesig gefreut, dass sich so viele motivierte SchülerInnen gefunden haben. Das Interesse ist über alle Klassen und Schulformen da. Mir persönlich ist die Initiative ein Herzensanliegen und ich schätze das fundierte Konzept.“


Schlagworte