Trotz roter Corona-Ampel ungebrochene Einkaufslust in Innsbruck

Die „Rot-Schaltung" der Ampel in der Tiroler Landeshauptstadt hat kaum Einfluss auf das Konsumverhalten. Das Ausbleiben der Touristen macht hingegen den dortigen Unternehmern und Gastronomen Sorgen.

Am Samstag um die Mittagszeit herum waren die Innenstadt und vor allem die dortigen Einkaufszentren gut frequentiert.
© APA/Stegmayr

Innsbruck – Die „Rot-Schaltung" der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck hatte bisher so gut wie keinen Einfluss auf das Konsumverhalten der Einheimischen. Am Samstag um die Mittagszeit herum waren die Innenstadt und vor allem die dortigen Einkaufszentren gut frequentiert. Das Ausbleiben der Touristen macht hingegen den dortigen Unternehmern und Gastronomen Sorgen.

Gegen 11.30 Uhr ist der Gastgarten eines bekannten Lokals am Inn leer. Schuld daran ist aber wohl nicht die neuerdings rote Ampel, sondern das bescheidene Wetter. Es hat acht Grad und es regnet leicht. Wenig weiter, in der Maria-Theresien-Straße, der Tiroler Einkaufsstraße schlechthin, ist das Bild aber ein anderes. Zahlreiche Leute flanieren über die Straße, die dort angesiedelten Lokale sind gut gefüllt. Einige wenige Unerschrockene trotzen sogar den Temperaturen und sitzen im Freien.

Rote Ampel „schlichtweg egal"

Allzu großes Gedränge in den Einkaufszentren bleibt zwar aus, dennoch scheint die Einkaufslust der Menschen aber ungebrochen. „Die rote Ampel macht mir nichts aus", sagt eine rund 40-Jährige auf Nachfrage und verschwindet rasch in das Kaufhaus Tyrol. Eine andere Frau meint vor dem Kaufhaus diese sei ihr „schlichtweg egal".

Im Kaufhaus sind die Rolltreppen dann tatsächlich so voll wie eh und je an einem normalen Einkaufssamstag. In den benachbarten Rathausgalerien geht es etwas ruhiger zu. Dafür sind dort aber die Lokale überaus gut besucht. „Die Ampel hält mich sicher nicht davon ab, in die Innenstadt zu gehen und einen Kaffee zu trinken", meint dann auch eine etwa 65-jährige Dame.

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Weniger unbekümmert sind die Unternehmer und Gastronomen im Zentrum von Innsbruck. Immanuel Nagiller von der „Bierwelt Tirol" am Marktgraben merkt an, dass „die Touristen schon sehr fehlen". Man habe sonst sehr viele Kunden aus Amerika und der Schweiz. „Rein von den Einheimischen können wir mit unserem Nischen-Produkt, den oft sehr speziellen Craft-Bieren, nicht leben", schiebt er nach. Das sei aber nicht erst seit „rot" so. Die Reisewarnungen für Tirol und die Orange-Schaltung haben zuvor schon starken Einfluss darauf gehabt, so Nagiller.

Ähnlich sieht es ein Angestellter des Traditionsbetriebes Ortner und Stanger, der sich nur wenige Häuser weiter befindet. „Seit der Orange-Schaltung und der neuerlichen Maskenpflicht ist die Einkaufslust schon gebremst", meint er. Touristen blieben zudem nicht erst seit „Rot" aus, sondern spätestens seit den Reisewarnungen. Eine generelle „Unsicherheit der Kunden" bemerkt außerdem eine Verkäuferin bei der Parfümerie Weigand. „Wir merken zwar noch keine wirklichen Umsatzrückgänge, aber viele Kunden fragen telefonisch nach, wie es bei uns weitergeht", meint diese.

Nicht Rot-Schaltung, sondern Registrierungspflicht macht Sorgen

Den Gastronomen Johannes Riedl, Chef der Pizzeria Crocodiles, plagen hingegen andere Sorgen. „Natürlich haben wir die Orange-Schaltung und die Reisewarnungen in Hinsicht der Kundenfrequenz auch gespürt", merkt dieser an. „Aber jetzt ist es eigentlich nicht die Rot-Schaltung von Innsbruck, sondern die Registrierungspflicht, die uns zu schaffen machen wird", ist er sich sicher. Die nächste Woche werden wohl „schlecht laufen", sagt er und widmet sich wieder dem Pizzabacken. (APA)


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