Wildschwein-Familie in römischem Park erlegt: Bürger protestieren

Die sieben Tiere wurden am Samstag vor den Augen protestierender Anrainer, darunter einige Kinder, und Tierschützer mit Spritzen getötet. Das löste heftige Proteste aus, berichteten italienische Medien.

(Symbolbild)
© pixabay

Rom – In Rom ist eine heftige Debatte wegen der Tötung einer Wildschwein-Familie ausgebrochen. Die sieben Tiere wurden in einem städtischen Park erlegt. Die Wildschwein-Mutter und ihre sechs Jungen waren in die Grünanlage nahe dem Vatikan eingedrungen. Sie wurde daraufhin vorerst in einem Teil des Geländes eingesperrt.

Während sich die Gemeinde bereit erklärt hatte, eine Lösung zu finden, um die Schweine in einer Oase für wilde Tiere unterzubringen, beschloss die Region Latium, zu der Rom gehört, die Erlegung. Der Grund: Es seien keine Käfige für den Transport in einen Naturschutzpark vorhanden. Die Tiere wurden am Samstag vor den Augen protestierender Anrainer, darunter einige Kinder, und Tierschützer mit Spritzen getötet. Das löste heftige Proteste aus, berichteten italienische Medien.

Die Parlamentarierin und Tierschutzaktivistin Michela Vittoria Brambilla kündigte eine Klage gegen die regionalen Behörden an. Sie sprach von einem "sinnlosen Blutbad".

Gestiegene Zahl von Wildschweinen

In der Umgebung von Rom haben sich Wildschweine in den vergangenen Jahren stark vermehrt. Viele von ihnen ernähren sich vom Müll auf den Straßen. Die Region Latium beschloss daher, dass Wildschweine im städtischen Raum getötet werden dürfen.

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In Italien macht man sich zunehmend Gedanken über die gestiegene Zahl von Wildschweinen. Die Tiere sind immer häufiger in schwere Verkehrsunfälle verwickelt. Zwei Fußballer sind Anfang Oktober auf der Autobahn A26 in Carpignano in der norditalienischen Provinz Novara bei einem Unfall ums Leben gekommen. Ihr Auto war mit einer Gruppe von Wildschweinen kollidiert. 2019 wurden 164 Unfälle mit 15 Todesopfern und 221 Verletzten gemeldet, die auf Tiere zurückzuführen sind. (APA)


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