Riesenglück im Stubaital: Tourengeher von Lawine erfasst, nicht verschüttet

Die Lawine donnert am frühen Nachmittag in Richtung Tal.
© ZOOM.Tirol

Von Angela Dähling

Neustift – Neuschnee und strahlender Sonnenschein lockten am Sonntag scharenweise Skitourengeher auf Tirols Berge. Beinahe wäre ein Lawinenabgang im Stubaital mehreren von ihnen zum Verhängnis geworden.

Eine Gruppe in Innsbruck studierender Deutscher war dabei, auf der nördlichen Seite des Zuckerhütls abzufahren. Der Vorletzte von ihnen, ein 26-Jähriger, löste dabei gegen 14 Uhr auf zirka 3400 Metern Seehöhe die Lawine aus. „Er rodelte mit seinen Ski praktisch auf ihr Richtung Tal und kam glücklicherweise nicht unter die Schneemassen“, schildert der am Einsatz beteiligte Alpinpolizist. Das Schneebrett hatte mit 200 mal 300 Metern ein beträchtliches Ausmaß. Der Student kam mit der Lawine zum Stillstand. „Er konnte sich den Schnee abschütteln und war unverletzt“, so die Alpinpolizei.

Zwei sich im Aufstieg befindende Tourengeher, die im Begriff waren, der Lawine auszuweichen, hatten ebenfalls riesiges Glück. Das Schneebrett kam wenige Meter vor ihnen zum Stillstand. Auch die anderen der rund 20 Wintersportler, die sich in unmittelbarer Umgebung befanden, hatten Fortuna auf ihrer Seite: Niemand wurde verschüttet, wie sich bei einer groß angelegten Suchaktion herausstellte. „Als wir den Lawinenkegel erreichten, hatten viele von ihnen schon mit der Suche nach Verschütteten begonnen“, berichtet der Alpinpolizist. Es sei daher ordentlich was los gewesen am Berg. Einige hätten zuvor mit Helmkameras den Lawinenabgang auch gefilmt.

Weder mit dem LVS noch mit dem Reccosystem wurden Signale empfangen und als vermisst gemeldet wurde auch niemand. Laut Bergrettung wurde der Einsatz daher gegen 16.30 Uhr beendet. Daran beteiligt waren zehn Bergretter aus Neustift, drei Lawinenhundeführer, ein Alpinpolizist, zwei Notarzthubschrauber und die „Libelle“ des Innenministeriums. Weitere Bergretter waren laut Bergrettung Neustift im Tal in Bereitschaftsdienst – wegen Corona müsse man das Team am Berg derzeit klein halten.


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