38 Punkte am Stück: Brady und die Buccaneers bezwingen die Packers

Nach sechs Spielen für die Tampa Bay Buccaneers hat Tom Brady vier Mal gewonnen und zwei Mal verloren. Der unerwartete Sieg gegen die zuvor ungeschlagenen Green Bay Packers am Sonntag könnte ein Wendepunkt sein - denn auch eine alte Verbindung klappt wieder.

Tom Brady kommt bei den Buccaneers immer besser in Fahrt.
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Tampa – Tom Brady hatte richtig gute Laune. Zum ersten Mal seit seinem Wechsel zu den Tampa Bay Buccaneers war dem Quarterback mit seiner neuen Football-Mannschaft ein richtig gutes Spiel gelungen - und das passenderweise im vielbeachteten Aufeinandertreffen mit den zuvor ungeschlagenen Green Bay Packers um deren Spielmacher Aaron Rodgers. 38:10 zeigte die Anzeigetafel im heimischen Raymond James Stadium in Florida am Sonntag (Ortszeit) und der 43 Jahre alte Superstar konnte sich trotz Corona sogar von ein paar tausend Fans feiern lassen. Weil zudem sein Kumpel Rob Gronkowski erstmals seit seinem Comeback in der NFL einen Touchdown erzielte, wirkte es ein wenig so wie zu den guten alten Zeiten bei den New England Patriots.

„Er hat großartig gespielt“, sagte Brady über den Mann, dem er zum 79. Mal einen Touchdown-Pass zuwarf - nur drei Duos aus Quarterback und Tight End kommen auf eine bessere Ausbeute. „Ich denke Tom und Rob hatten eine großartige Verbindung“, lobte Buccaneers-Trainer Bruce Arians.

20 Jahre lang hatte Brady für die Patriots gespielt, den größten Teil davon dominierte sein Team die National Football League, kam neun Mal in den Super Bowl und holte den Titel sechs mal. Kein Quarterback in der NFL-Geschichte hat mehr Erfolge als Brady. Doch als er sich im Frühjahr zum Abschied entschloss und schließlich bei den Buccaneers unterschrieb, sorgte das für Stirnrunzeln - ein neues System, ein neuer Trainer und dann auch noch ein Team, das im Ruf eines Verlierers stand? Das machte für viele Experten keinen Sinn, war Brady doch jahrelang neben seinem Umfeld auch das Gewinnen gewohnt.

Und tatsächlich: Der Saisonstart war holprig. Drei Siege bei zwei Niederlagen hatten die Bucs vor dem Duell mit den Packers angesammelt, Brady war mit ungewohnten Interceptions und einem verwirrten Gesichtsausdruck am vergangenen Wochenende aufgefallen. Auch Gronkowski, der seine Karriere schon beendet hatte und zum Wrestling gegangen war, schien sein altes Niveau nicht mehr erreichen zu können. Rodgers in Bestform kam daher mit seinem Team als klarer Favorit - und ging dennoch als klarer Verlierer vom Feld. Aus einem 0:10-Rückstand machten die Buccaneers mit Brady und Gronkowski in entscheidenden Rollen einen 38:10-Sieg.

„Schon im Training hat es zuletzt gut funktioniert“, sagte Gronkowski dem TV-Sender Fox. Seit Dezember 2018 hatte er keinen Touchdown mehr erzielt - musste bei seinem üblichen Jubel aber einen Kompromiss eingehen. Den Ball mit voller Wucht auf den Boden werfen, ist sein inzwischen oft kopiertes Markenzeichen, für den ersten Touchdown beim neuen Team hatte er ein „Monster“ angekündigt. Aber: „Der Schmetterball war kein Monster. Ich musste mit links werfen, weil mein rechter Arm etwas schmerzt.“ Wie zuvor schon Brady, als er vom Spielfeld joggte, grinste Gronkowski und wirkte glücklich. „Die Dinge klappen langsam.“ (dpa)

🏈 Steelers und Titans weiter mit Weißer Weste

Die Pittsburgh Steelers um Quarterback-Altstar Ben Roethlisberger haben ihr Heimspiel gegen die Cleveland Browns deutlich gewonnen und ihren Status als ungeschlagenes Team in der NFL verteidigt. Die Steelers bezwangen die Browns am Sonntag 38:7 und haben nun wie die Seattle Seahawks nach fünf Partien fünf Siege auf dem Konto.

Die Tennessee Titans verteidigten ihre weiße Weste mit einem 42:36 in der Verlängerung gegen die Houston Texans. Erst sieben Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit war den Titans der letzte Touchdown gelungen, durch den Extrapunkt schafften sie den Ausgleich und erzwangen die zusätzliche Spielzeit. Sie kommen in der NFL auf vier Siege in vier Spielen.

Die New England Patriots konnten beim 12:18 gegen die Denver Broncos zwar wieder mit dem zuletzt mit dem Coronavirus infizierten Cam Newton als Quarterback antreten, kassierten aber dennoch die dritte Niederlage im fünften Saisonspiel. Die New York Giants und die Atlanta Falcons holten dagegen jeweils ihren ersten Saisonsieg. Die Giants bezwangen das Washington Football Team 20:19, die Falcons gewannen bei den Minnesota Vikings 40:23. Alle vier Teams kommen auf einen Sieg bei fünf Niederlagen.


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