Papst Franziskus trug erstmals öffentlich Schutzmaske

Ein interreligiöses Friedenstreffen in der Kirche Santa Maria in Aracoeli war die erste öffentliche Veranstaltung, zu der Franziskus seit Beginn des Lockdowns den Vatikan verlassen hatte.

Papst Franziskus und Frankreichs Oberrabbiner Haim Korsia.
© ANDREAS SOLARO

Vatikanstadt – Bei einem ökumenischen Friedensgebet in Rom hat Papst Franziskus am Dienstagnachmittag laut Kathpress erstmals bei einem öffentlichen Auftritt wie alle anderen Teilnehmer ständig eine Maske getragen. Das von der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio organisierte interreligiöse Friedenstreffen in der Kirche Santa Maria in Aracoeli war die erste öffentliche Veranstaltung, zu der Franziskus seit Beginn des Lockdowns den Vatikan verlassen hatte.

An dem Gebet nahmen auch das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch Bartholomaios I., sowie der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, teil. Anglikaner-Primas Erzbischof Justin Welby von Canterbury konnte wegen der Pandemiebeschränkungen nicht nach Rom reisen.

Franziskus rief die Menschen bei dem Friedensgebet zu mehr Einigkeit und Geschwisterlichkeit auf. "Mangel an Liebe" sei der tiefere "Grund unserer persönlichen, sozialen, internationalen und ökologischen Probleme", so das Kirchenoberhaupt am Dienstagnachmittag in der Kirche Santa Maria in Aracoeli. Wie leicht, so der Papst, sei es, "zu kritisieren, gegen jemanden zu sprechen, das Schlechte beim Nächsten und nicht bei sich selbst zu sehen und letztendlich die Schuld auf die Schwachen und Ausgegrenzten abzuwälzen!"

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"Niemand rettet sich allein"

Mit Bezug auf das Motto des Treffens, "Niemand rettet sich allein", sagte Landesbischof Bedford-Strohm in einer Meditation: "Fragen zu stellen und sich anrühren zu lassen von der Not Anderer" sei kein "Katalysator für ein schlechtes Gewissen". Es sei vielmehr "Türöffner für ein erfülltes Leben", "der Weg zu Frieden und Geschwisterlichkeit".

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Parallel zu den Christen beteten Angehörige anderer Religionen in Räumlichkeiten rund um den Kapitolhügel. Auf dem Kapitol sollte anschließend eine Begegnung der Religionsvertreter stattfinden. Eine ursprünglich vorgesehene Videobotschaft von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fällt aus; die Politikerin befindet sich derzeit in Quarantäne in Brüssel. Neben Bartholomaios und dem Papst sprechen Frankreichs Oberrabbiner Haim Korsia sowie je ein Sikh, ein Hindu und ein Buddhist. Zudem soll eine Botschaft des Kairoer Großimams Ahmad Al-Tayyeb verlesen werden.

Bei einer Schweigeminute soll danach der Opfer der Pandemie und aller Kriege gedacht werden. Für den Abschluss des Treffens ist die Unterzeichnung eines gemeinsamen Friedensappells geplant. Diesen wollen die Religionsvertreter an anwesende Politiker, darunter Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella, und Diplomaten weitergeben. (APA)


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