Museumsbesucherin entdeckt vermisstes Bild in der Wohnung ihrer Nachbarn

Das Gemälde des US-Künstlers Jacob Lawrence galt im New Yorker Metropolitan Museum seit Jahrzehnten als vermisst. Eine Besucherin des Museums fand das Werk nun in der Wohnung ihrer Nachbarn.

Das Bild ist Teil der in den 50er Jahren angefertigten Serie „Struggle: From the History of the American People“.
© Twitter/Metropolitan Museum

New York – Eine Besucherin im New Yorker Metropolitan Museum hat ein Gemälde, das seit Jahrzehnten als vermisst galt, in der Wohnung ihrer Nachbarn entdeckt. Das Bild des US-Künstlers Jacob Lawrence (1917-2000) sei nun als Leihgabe Teil der Ausstellung, teilte das Museum am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Es ist eines von 30 aus der von dem afroamerikanischen Künstler zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung in den 50er Jahren angefertigten Serie „Struggle: From the History of the American People“, die das Metropolitan Museum derzeit ausstellt, und von denen fünf als vermisst galten.

Die Frau hatte die Ausstellung demnach besichtigt und dabei sofort an das Gemälde in der Wohnung ihrer Nachbarn auf der Upper West Side, nicht weit entfernt vom Metropolitan Museum, gedacht. Zurück zu Hause ermutigte sie ihre Nachbarn, das Museum zu kontaktieren. Die Nachbarn hatten das Bild 1960 für eine geringfügige Summe bei einer lokalen Benefiz-Auktion erworben - und waren sich dessen kunsthistorischer Relevanz eigenen Aussagen zufolge nicht bewusst.

„Eine Freundin hat sich die Ausstellung angesehen und gesagt: ‚Da ist ein weißer Fleck an der Wand und ich glaube, da gehört dein Bild hin‘“, sagte die Besitzerin der New York Times. „Ich hatte das Gefühl, ich schulde es sowohl dem Künstler als auch dem Met, dass ich erlaube, dass das Bild gezeigt wird.“ Sie sei 27 gewesen, als sie es gemeinsam mit ihrem Mann erworben habe. „Das Bild hängt seit 60 Jahren unberührt in meinem Wohnzimmer.“

Das Museum habe schließlich bestätigen können, dass es sich um das Original handelt, wie es hieß. „Eine Entdeckung von dieser Bedeutung in der modernen Kunst ist rar“, sagte der österreichische Direktor des Metropolitan Museums, Max Hollein. „Und es ist aufregend, dass eine lokale Besucherin dafür verantwortlich ist.“ (dpa


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