Brustkuss bis Selbstbefriedigung: Wenn die Videokonferenz zum Softporno wird

In Corona-Zeiten finden Konferenzen fast ausschließlich per Videochat in den eigenen vier Wänden statt. Da lassen sich auch seriöse Politiker und Geschäftsleute schon mal zu anderweitigen Aktivitäten hinreißen. Einige haben allerdings vergessen, vorher die Kamera auszuschalten.

(Symbolbild)
© Chris Montgomery/Unsplash

Von Peter Hutchison, AFP

Wien – Es ist der Alptraum jedes Nutzers digitaler Videoplattformen: Die Kamera läuft versehentlich weiter und zeigt den staunenden Kollegen im Homeoffice, was diese eigentlich nicht sehen sollen. Von Sexszenen bis hin zu unbeabsichtigten Auftritten im Adamskostüm häuften sich besonders auf der Online-Plattform Zoom zuletzt peinliche Pannen von Politikern, Journalisten und Geschäftsleuten. Einblicke in die unangenehmsten Missgeschicke:

Selbstbefriedigung vor laufender Kamera

Besonders peinlich wurde es laut einem Bericht des Magazins Vice vergangene Woche für den US-Topjournalisten Jeffrey Toobin. Der Journalist des Magazins New Yorker hatte sich mit Kollegen über Zoom zusammengeschaltet, um über die anstehende US-Präsidentschaftswahl zu sprechen. Während einer Pause erschien laut Teilnehmern plötzlich wieder das Bild des 60-Jährigen – der sich vor aller Augen selbst befriedigte.

Toobin sprach von einem „peinlich-dummen Fehler". „Ich dachte, ich sei nicht sichtbar auf Zoom. Ich dachte, niemand aus der Zoom-Konferenz könnte mich sehen. Ich dachte, ich hätte das Zoom-Video ausgeschaltet", rechtfertigte sich der 60-Jährige. Dennoch wurde er vom New Yorker freigestellt; auch beim Sender CNN taucht Toobin vorerst nicht mehr als Kommentator vor der Kamera auf.

Abgeordneter fasst Partnerin an die Brüste

Im argentinischen Parlament wurde im September eine Sexszene sogar auf einen Großbildschirm übertragen. Während einer Corona-bedingt per Videoschalte abgehaltenen Sitzung war der Abgeordnete Juan Emilio Ameri zu sehen, wie er den Busen einer neben ihm sitzenden Frau streichelte und küsste. Dabei war eine der Brüste zeitweise entblößt. Die Bilder verbreiteten sich rasch in den Onlinenetzwerken.

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Der 47-jährige Parlamentarier zeigte sich zerknirscht. Er habe geglaubt, es habe einen der in seiner Region häufigen Internetausfälle gegeben. Ameri berichtete auch, seine Partnerin habe erst vor zehn Tagen Brustimplantate eingesetzt bekommen. Er wollte sich nach eigenen Worten lediglich vergewissern, dass es der Frau mit den Implantaten gut gehe. Ameri wurde für fünf Tage von weiteren Sitzungen ausgeschlossen.

Nackt vor Bolsonaro

Nackte Tatsachen musste sich auch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ansehen: Inmitten einer Videokonferenz mit dem rechtsgerichteten Staatschef im September tauchte ein Unternehmer unbekleidet auf den Monitoren der rund zwei Dutzend Teilnehmer auf. Der Geschäftsmann hatte vergessen, seine Kamera auszuschalten. Ein Minister, der ebenfalls zugeschaltet war, rief: „Da duscht gerade ein Typ, nackt!" Bolsonaro reagierte wenig begeistert: „Das haben wir leider gesehen. Es war ein wackliges Bild, aber wir sahen es, leider."

Ohne Hose in Parlamentssitzung

Nur wenig besser erging es im Juni dem irischen Europaabgeordneten Luke Flanagan. Von seinem Schlafzimmer aus sprach er per Videoschalte bei einer Sitzung des Parlaments – allerdings nur mit Hemd und Unterhose bekleidet. Im Onlinedienst Twitter erklärte Flanagan seinen Auftritt mit einem Augenzwinkern: „Ich kam gerade vom Laufen zurück... Zwei Minuten zuvor war ich noch im T-Shirt. Ich entschied mich, ein Hemd anzuziehen, um respektabel auszusehen", schrieb er. Und setzte hinzu: „Ich hoffe, ihr mochtet meine Beine."


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