Rückkehrzentrum Fieberbrunn: NGOs und Kirche fordern erneut Schließung

NGOs und Vertreter der Kirchen setzten sich am Freitag bei einer "Protest-Wanderung" für das Ende des Zentrums des Innenministeriums ein.

Das Rückkehrerzentrum Bürglkopf in Fieberbrunn.
© Verena Hofer

Fieberbrunn – Nachdem im Sommer des Vorjahres das Rückkehrzentrum für Asylwerber am Bürglkopf in Fieberbrunn (Bezirk Kitzbühel) wegen eines Hungerstreiks für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, fordert nun erneut eine Initiative die Schließung der Einrichtung. NGOs und Vertreter der Kirchen setzten sich am Freitag bei einer "Protest-Wanderung" für das Ende des Zentrums des Innenministeriums, das auf 1300 Metern Seehöhe liegt, ein.

"Die Unterbringung in diesen Lagern des Bundes führt bei den Bewohnern zu einer extremen psychischen Belastung", sagte Judith Ranftler, Sprecherin der Initiative "Fairlassen". Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss unter anderem von Asylkoordination, Caritas, Diakonie, Volkshilfe und SOS Mitmensch. Die Menschen müssen dort "zumeist viele Monate in Perspektivlosigkeit und ohne nennenswerten Kontakt zur Zivilgesellschaft verbringen", dies würde keinen "Mehrwert für das österreichische Asylsystem" bedeuten, meinte Ranftler.

"Dieses Haus ist ein Haus der Abschottung"

Derselben Meinung waren Olivier Dantine, evangelischer Superintendent für Salzburg und Tirol sowie Pfarrer Alois Dürlinger, Assistent und Sprecher für Flüchtlingsfragen und Asyl des Erzbischofs von Salzburg. "Dieses Haus ist ein Haus der Abschottung. Hier werden Menschen an den Rand und in die Verzweiflung gedrängt", begründete Dürlinger seine Forderung nach der Schließung des Rückkehrzentrums.

Im Heim seien derzeit 80 Männer untergebracht, die zum Teil auf die Rückreise warten oder noch im Asylverfahren sind. Im Jahr 2017 war das Haus am Bürglkopf von einem Flüchtlingsheim in ein Rückkehrzentrum umfunktioniert worden. Bereits in den 1990er-Jahren hatte es als Heim für die damaligen Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien gedient. In einer Rückkehrberatung sollen die Menschen von ihrer freiwilligen Abreise überzeugt werden, auch eine zwangsweise Abschiebung ist möglich. (APA)


Kommentieren


Schlagworte