Trumps Truppenabzug aus Deutschland kommt noch nicht in Gang

Viele werteten es als Wahlkampfmanöver, als US-Präsident Trump im Juni den Abzug eines großen Teils der US-Soldaten aus Deutschland ankündigte. Eigentlich sollte die Operation so schnell wie möglich beginnen. Kurz vor der Wahl hat sich aber immer noch nichts getan.

US-Soldaten im deutschen Grafenwöhr.
© CHRISTOF STACHE

Washington – Der geplante Abzug von etwa einem Drittel der US-Soldaten aus Deutschland hat auch mehr als vier Monate nach der Ankündigung durch US-Präsident Donald Trump noch nicht begonnen. Die Kommandozentrale für die US-Streitkräfte in Europa (Eucom) in Stuttgart teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit, dass die Vorbereitung noch Zeit brauche.

„Die Planung erfolgt auf den höchsten Ebenen und berücksichtigt zahlreiche Überlegungen. Dies wird einige Zeit dauern“, heißt es in der schriftlichen Antwort. Die Soldaten würden über die Planungen auf dem Laufenden gehalten. „Zu diesem Zeitpunkt haben wir aber keine weiteren Einzelheiten zu bieten und können auch nicht über Zeitpläne spekulieren.“

Auch der Koordinator der deutschen Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Peter Beyer, bestätigte, dass der Abzug noch nicht begonnen hat. „Die US-Army in Deutschland hat nach meiner Kenntnis bisher noch keine konkreten Befehle bezüglich der detaillierten Umsetzung der Truppenreduzierung erhalten“, sagte er der dpa.

Rund 12.000 Soldaten sollen Deutschland verlassen

Ursprünglich war erwartet worden, dass zumindest die ersten Soldaten noch vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November abgezogen werden. Trump hatte den Abzug eines großen Teils der rund 36.000 US-Soldaten in Deutschland am 15. Juni angekündigt und ihn mit den aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands begründet. Drei Standorte in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz sind besonders betroffen.

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Sechs Wochen später stellte Trumps Verteidigungsminister Mark Esper die Details des Truppenabzugs vor und machte dabei klar, dass die Pläne „so schnell wie möglich“ umgesetzt werden sollen. Die ersten Soldaten könnten „innerhalb von Wochen“ das Land verlassen. Daraus sind nun schon Monate geworden. Insgesamt sollen etwa 12.000 der 36.000 in Deutschland stationierten Soldaten abgezogen werden, also ein Drittel. (dpa)


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