Salzburg reiste erhobenen Hauptes, aber ohne Punkte aus Madrid ab

Mit gänzlich leeren Händen kehrte Red Bull Salzburg nicht aus Madrid zurück. Die Salzburger tankten bei ihrem couragierten Auftritt am Dienstag gegen Atletico trotz einer 2:3-Niederlage Selbstvertrauen.

Joao Felix sorgte mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung zu Gunsten von Atletico.
© GABRIEL BOUYS

Madrid – Die kommenden Aufgaben in Gruppe A der Champions League werden aber nicht einfacher. Es warten zwei Duelle mit Titelverteidiger Bayern München, das erste davon bereits nächsten Dienstag (21.00 Uhr/live Sky) in Salzburg.

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Nach zwei Runden halten die Bullen in der Königsklasse erst bei einem Zähler. Trainer Jesse Marsch strich dennoch das Positive hervor. "Ich glaube, es ist schwierig für uns, besser zu spielen", meinte der US-Amerikaner. "Für mich ist Atletico Madrid eine der am besten verteidigenden Mannschaften in ganz Europa. Und wir waren gefährlich in vielen Situationen." Man habe es dem Gegner schwer gemacht. "Das ist der Grund, warum ich so positiv bin - sogar mit diesem Ergebnis."

"In diesem Turnier ist jeder Fehler gefährlich"

Marsch lobte das Spiel mit dem Ball und auch jenes dagegen. "Wir waren stark als Gruppe, auf allen Positionen. Wir haben intensiv gespielt, mit Selbstvertrauen." Tatsächlich wunderten sich auch spanische Journalisten über die Verwundbarkeit von Atleticos Defensive. Zwei Gegentore hatten die Madrilenen in einem Heimspiel davor seit September 2019 nur einmal kassiert. Bei einigen Pressingsituationen der Salzburger bekundete der Champions-League-Finalist von 2014 und 2016 ernsthafte Probleme.

"Es gibt sehr viel Positives. In der zweiten Hälfte war lange Zeit das Gefühl da, wir hatten totale Kontrolle", sagte Marsch. Eine Standardsituation brachte sein Team letztlich aber um den zweiten Punktgewinn nach dem 2:2 zum Auftakt daheim gegen Lok Moskau. "In diesem Turnier ist jeder Fehler gefährlich", meinte der Bullen-Coach. "Mit so vielen gefährlichen Spielern auf dem Platz sind ein paar Situationen nicht so einfach zu verteidigen."

Luis Suarez hatten die Salzburger zwar weitgehend im Griff, dafür glänzte der portugiesische Jungstar Joao Felix mit einem Doppelpack. "Joao vermeidet ein großes Durcheinander bei Atletico", titelte die spanische Sportzeitung Marca in ihrer Online-Ausgabe. Nach der 0:4-Abfuhr zum Auftakt gegen die Bayern waren die "Rojiblancos" bereits unter Druck gestanden. Nun sind sie im Kampf um Platz zwei in Pole Position.

"Die Tabellensituation ist schwierig, aber wir spielen Spiel für Spiel", betonte Marsch. Vorerst gelte es, für die Ligapartie am Samstag (17.00 Uhr/live TT.com-Ticker) zu Hause gegen WSG Tirol bereit zu sein. "Und dann nächste Woche noch ein Wahnsinnsspiel gegen einen unglaublich guten, unfassbaren Gegner." Gemeint waren die Bayern, die 13 Champions-League-Spiele in Folge gewonnen haben.

Muskelverletzung im Oberschenkel: Bangen um Daka

"Bayern ist für mich im Moment das beste Team der Welt", sagte Salzburgs Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen. Die Leistung in Madrid mache aber Hoffnung. "Wir haben so gut gespielt. Das gibt ein bisschen Selbstvertrauen, dass wir auf dem höchsten Niveau spielen können. Das ist wichtig für die nächsten Spiele gegen Bayern."

Das Rückspiel in München steigt nach der nächsten Länderspiel-Pause am 25. November. Ob Topscorer Patson Daka dann bereits wieder dabei sein kann, darf zumindest bezweifelt werden. Der Sambier, der in elf Pflichtspielen bisher zwölf Saisontore erzielt hat, zog sich in Madrid eine Muskelverletzung im rechten hinteren Oberschenkel zu. "Es ist zu früh, um genau zu sagen, was die Situation und die Diagnose ist, aber es ist nicht gut", erklärte Marsch nach dem Spiel. Auch Verteidiger Maximilian Wöber musste er wegen einer Blessur vorzeitig vom Platz nehmen.

Als Torschützen traten Dominik Szoboszlai und Mergim Berisha in Erscheinung. Deutschlands U21-Teamstürmer Berisha markierte ein Tor und eine Vorlage, Szoboszlai erzielte auch im vierten Europacupspiel der Saison seinen Treffer. "Wir waren sehr, sehr gut als Mannschaft", meinte der Ungar. "Wir haben füreinander gekämpft." 20 Jahre wurde Szoboszlai am Wochenende gerade einmal alt. Seinen Wert für Salzburg hat der Mittelfeldstar aber einmal mehr unter Beweis gestellt. (APA)


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