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Damit der letzte Wille ewig währt

Jeder kann zu Lebzeiten durch rechtsgeschäftliche Erklärung bestimmen, an wen nach seinem Tod sein Vermögen fallen soll. Die häufigste letztwillige Anordnung ist das Testament.

Damit ein Testament seine Gültigkeit besitzt, müssen ein paar rechtliche Anforderungen erfüllt sein.
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Von RA Dr. Gerhard Schartner

Damit das Testament nach dem Ableben des Erblassers tatsächlich gültig und wirksam ist, hat es eine Reihe von Anforderungen zu erfüllen.

Für die Gültigkeit eines Testaments ist es erforderlich, dass das Testament mit Überlegung, Ernst sowie frei von Drohung, List und wesentlichem Irrtum errichtet wird. Der Verfügende muss das Bewusstsein haben, unmittelbar mit der Erklärung eine letztwillige Anordnung zu treffen.

Physischer oder psychischer Zwang machen das Testament ebenso anfechtbar wie ein wesentlicher Irrtum des Verstorbenen. Auf dem Krankenbett errichtete Testamente werden oft angefochten, weil ein Benachteiligter die Testierfähigkeit bestreitet. Testamente sollten daher jedenfalls rechtzeitig errichtet werden.

Bei der Gültigkeit eines Testaments ist der Zeitpunkt der Errichtung maßgeblich. Ein einmal wirksam erklärter Wille wird nicht durch späteres Auftreten von Ungültigkeitsgründen unwirksam. Weiters muss der Erblasser zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung testierfähig sein. Volle Testierfähigkeit besitzt, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und zurechnungsfähig ist.

Eine höchstpersönliche Willenserklärung

Beim Testament handelt es sich um eine höchstpersönliche Willenserklärung, bei der eine Vertretung oder Bevollmächtigung einer anderen Person ausgeschlossen ist. Der Erblasser muss den Erben also selbst bestimmen, eine Stellvertretung ist ausgeschlossen.

Der Erblasser muss seinen letzten Willen bestimmt erklären. Zur Vermeidung von Erbrechtsstreitigkeiten hat die Erbeinsetzung so zu erfolgen, dass über die Person des Erben kein Irrtum oder Zweifel besteht.

Darüber hinaus muss das Testament einer Reihe gesetzlicher Formerfordernisse entsprechen.

Das Testament kann nicht nur vom Verfügenden jederzeit widerrufen werden, sondern nach seinem Tod auch von Beteiligten bestritten und angefochten werden.

Damit vermieden wird, dass das Testament nach dem Ableben des Erblasser für ungültig erklärt und nicht vollzogen wird, ist es erforderlich, dass sowohl das eigenhändige als auch das fremdhändige Testament sämtliche gesetzlich normierten Erfordernisse erfüllen. Es ist daher ratsam, sich bei der Erstellung des Testaments anwaltlich beraten zu lassen.

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