Schock nach Messerattacke in Nizza: Ganz Europa solidarisch mit Frankreich

Politiker von Alexander Van der Bellen über Ursula von der Leyen bis Wladimir Putin zeigen sich betroffen und sichern Frankreich Solidarität und Mitgefühl zu.

Ein mutmaßlicher Islamist hat in der größten Kirche der Mittelmeerstadt Nizza am Donnerstag drei Menschen mit einem Messer getötet.
© ERIC GAILLARD

Nizza – Nach der Messerattacke mit drei Toten in der südfranzösischen Metropole Nizza haben Politiker aus ganz Europa den Anschlag verurteilt und Frankreich ihre Solidarität zugesichert. Bundespräsident Alexander Van der Bellen verurteilte die Tat als „entsetzlich und verabscheuungswürdig". "Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden. Ganz Europa steht zusammen an der Seite #Frankreichs", twitterte Van der Bellen auf Deutsch und Französisch.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verurteilte die Attacken „auf das Allerschärfste". Diese Terrorangriffe würden „einen schweren Angriff auf unsere gemeinsamen europäischen Werte darstellen. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen und Freunden der Opfer", so Kurz. „Frankreich gilt unsere volle Solidarität. Wir werden unsere Werte, unseren europäischen „Way of Life" mit aller Kraft gegen Islamisten und den politischen Islam verteidigen", schrieb der Bundeskanzler in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka zeigte sich „erschüttert" über die „grausamen Ereignisse". Es sei „absolut inakzeptabel, dass freie Menschen in Europa aufgrund ihres Glaubens zu Opfern terroristischer Angriffe werden", so Sobotka. Die Attacke zeige einmal mehr „welch große Gefahr von islamistischem Extremismus für unsere Gesellschaft ausgeht", sagte Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP). Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) forderte angesichts der Messerattacke in Nizza ein entschiedenes Eintreten der Europäer für ihre Werte.

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Ähnlich Innenminister Karl Nehammer (ÖVP): „Jede terroristische Attacke ist ein Angriff auf unsere Demokratie und unsere europäischen Grund- & Freiheitsrechte. Wir stellen uns klar gegen alle Formen von Extremismus und Terrorismus", ließ er via Twitter wissen. Nehammer wies zudem den Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, an, alle Polizeidienststellen aufgrund der aktuellen Ereignisse zu sensibilisieren und den öffentlichen Raum verstärkt bestreifen zu lassen. Gegen Terrorismus müsse in einem gesamtgesellschaftlichen Ansatz vorgegangen werden, so Nehammer. „Ein enges Zusammenwirken zwischen Prävention und polizeilichen Maßnahmen ist das Gebot der Stunde."

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Für Sigi Maurer, Klubobfrau der Grünen, ist dieser Anschlag auch ein „Anschlag auf unsere gemeinsamen demokratischen Werte Europas, die wir in diesen Stunden gemeinsam hochhalten und verteidigen müssen". Im Kampf gegen islamistisch motivierte Gewalt „müssen wir nicht nur die Extremismusprävention stärken, sondern auch mit muslimischen Gemeinschaften verstärkt den Austausch suchen", so Maurer in einer Aussendung.

FPÖ: Islamismus zieht „Blutspur durch Frankreich"

Auch die FPÖ zeigte sich schockiert und entsetzt. Der Islamismus ziehe eine „Blutspur durch Frankreich", Europa müsse „endlich aufwachen", meinte Bundesparteiobmann Norbert Hofer. Es brauche „konsequente Maßnahmen" der EU, „vor allem in Richtung Türkei", forderte Hofer das „sofortige Aufkündigen des Assoziierungsabkommens" und ein Ende der EU-Beitrittsverhandlungen. FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl verlangte einmal mehr eine „Null-Toleranz-Politik gegen Islamisten", „zahnlose" Islam-Gesetze in Österreich müssten verschärft werden, so Kickl.

„Wir sind schockiert über die Bluttat von Nizza", sagte der NEOS-Sprecher für Außenpolitik, Helmut Brandstätter. „Ungeachtet der Hintergründe, die nun rasch aufgeklärt werden müssen: Wir stehen Seite an Seite mit unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Frankreich. In Gedanken sind wir bei den Familien der Opfer." Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) zeigte sich von den Angriffen schockiert und sicherte dem französischen Volk ihre „Solidarität für die freiheitlich-demokratische, laizistische Grundordnung der Republik Frankreich" zu.

„Der Angriff hat Tod an einem Ort des Trosts gesät", sagte der vatikanische Pressesprecher Matteo Bruni. Der Papst bete für die Todesopfer, ihre Angehörigen und für das „geliebte französische Volk".

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen schrieb auf Twitter, man bleibe angesichts der Barbarei und des Fanatismus geschlossen und entschlossen. Sie verurteilte den „abscheulichen und brutalen Angriff". Der Präsident des Europaparlaments David Sassoli rief zur Geschlossenheit auf. „Wir haben die Pflicht, zusammen gegen Gewalt und gegen diejenigen zu stehen, die aufhetzen wollen und Hass verbreiten", twitterte der Italiener am Donnerstag.

„Wir sind vereint im Kampf gegen Terror und Hass", schrieb der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Donnerstag auf Twitter. Sánchez betonte: „Wir werden weiterhin die Freiheit, unsere demokratischen Werte, den Frieden und die Sicherheit unserer Bürger verteidigen." Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte sprach von einem „niederträchtigen Anschlag". Durch den Anschlag könne „die gemeinsame Front zur Verteidigung der Werte der Freiheit und des Friedens nicht ins Wanken gebracht werden", schrieb Conte auf Twitter. „Unseren französischen Freunden sagen wir: Sie sind im Kampf gegen den Extremismus nicht allein. Die Niederlande stehen an Ihrer Seite", teilte der der niederländische Premier Mark Rutte am Donnerstag via Twitter mit.

Putin spricht „tiefes Mitgefühl" aus

Der russische Präsident Wladimir Putin drückte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in einem Telegramm sein „tiefes Mitgefühl" aus. „Das zynische und brutale Verbrechen, das in einer Kirche verübt wurde, löst besondere Bestürzung aus", schrieb Putin am Donnerstag nach Kremlangaben. Das russische Volk teile „den Zorn und die Trauer" des französischen Volkes und fühle mit den Angehörigen der Toten.

Die Messerattacke in Nizza mit drei Toten war laut Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ein „islamistischer Terroranschlag".
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Israels Staatspräsident Reuven Rivlin sprach Frankreich sein Mitgefühl aus. „Unsere Herzen sind mit den Familien der Opfer des heutigen abscheulichen Terroranschlags auf eine Kirche in Frankreich, und wir beten für die Genesung der Verletzten", teilte Rivlin am Donnerstag bei Twitter mit. „Terrorismus, Gewalt und Hass sind die modernen Plagen, die unsere Welt zerstören. Unser Herz ist bei Frankreich."

Die Türkei verurteilte die Messerattacke in Nizza als „grausamen Angriff". Das Außenministerium in Ankara sprach den Opfern sein Beileid aus. Der mutmaßlich islamistische Angriff in der Kirche Notre-Dame widerspreche allen „religiösen, menschlichen oder moralischen Werten".

Die Beileidsbekundung Ankaras erfolgen nach tagelangen diplomatischen Spannungen zwischen der Türkei und Frankreich. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte erst am Montag zu einem Boykott französischer Waren aufgerufen und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron beschuldigt, eine „Hasskampagne" gegen den Islam zu führen. Erdogan empfahl ihm, seinen „Geisteszustand untersuchen" zu lassen. (APA/AFP/Reuters/dpa)


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