Tiroler Polizei rückte zu Halloween aus: 70 Gäste ohne Masken bei Lokalparty

Abgesehen von einer ausgelassenen Feier in einem Gastlokal verlief die Halloween-Nacht in Tirol ruhig: nur 13 Anzeigen und 20 Abmahnungen.

(Symbolbild)
© David Menidrey/Unsplash

Innsbruck, Tirol-weit – Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Sie feierten größtenteils ohne Masken, ohne Abstand, ohne Sitzplätze: Ein Lokal im Bezirk Innsbruck-Land war am Samstagabend Schauplatz einer ausgelassenen Halloween-Party. Bis die Polizei dem Treiben ein Ende setzte.

Es war am Samstag um 21.17 Uhr, als ein anonymer Anrufer die Polizeiinspektion über die Zustände im Gastlokal informierte. 13 Minuten später konnten sich die Beamten einer Polizeistreife selbst ein Bild machen. Und das war kein schönes: „60 bis 70 anwesende Gäste standen dicht gedrängt beisammen bzw. feierten, ohne die Abstandsregeln einzuhalten, auf der Tanzfläche“, heißt es im Polizeibericht: Obwohl sich die Besucher entgegen den Vorschriften nicht an ihren Sitzplätzen befanden, trug kaum jemand einen Nasen-Mund-Schutz.

Der Wirt muss jetzt mit einer empfindlichen Strafe rechnen: Er wurde wegen unzureichender Hygiene-Maßnahmen und nicht eingehaltener Abstandsregeln bei der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land angezeigt. Der Strafrahmen geht bis 3600 Euro. Aber auch die Gäste müssen mit Sanktionen rechnen: „Es gibt sicher noch Nachforschungen, wer im Lokal war“, bestätigt ein Pressesprecher der Landespolizeidirektion.

Zumindest die Sperrstunde wurde nach der Polizeikontrolle eingehalten: Als die Beamten das Gastlokal gegen 22 Uhr erneut überprüften, war das Licht aus und niemand mehr da.

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Abgesehen von der Party war es laut Polizei vergleichsweise ruhig in der Nacht zum Sonntag: In ganz Tirol erstatteten die Beamten im Zusammenhang mit Halloween lediglich 13 Anzeigen. In erster Linie ging es dabei um Ruhestörungen, Anstandsverletzungen und Ordnungswidrigkeiten. Dazu kamen 20 Abmahnungen, die ohne unmittelbare Sanktionen blieben. Die Verstöße beschränkten sich auf die Landeshauptstadt sowie die Bezirke Innsbruck-Land, Kitzbühel und Kufstein. In den Bezirken Lienz, Schwaz, Reutte, Landeck und Imst mussten die Beamten gar nicht einschreiten. 107 Polizisten wurden in der Halloween-Nacht für Überwachungsmaßnahmen eingesetzt. Zum Vergleich: Im Vorjahr kam es in der Halloween-Nacht zu zahlreichen Schlägereien, Sachbeschädigungen und Alkoholdelikten.

In Innsbruck sorgten gegen 22 Uhr etwa 30 teils betrunkene Jugendliche in der Amraser Straße für einen Polizeieinsatz. Im Bereich der Rhombergpassage protestierten die Jugendlichen lautstark gegen den neuerlichen Lockdown: „Wir lassen uns nicht einsperren“, so der Tenor. (TT.com, APA)

🎃 Die Halloween-Nacht in den Bundesländern

➤ Auch in den anderen Bundesländern verlief die Nacht relativ ruhig. So gab es auch in Vorarlberg nur wenige vereinzelte Beschwerden im Zusammenhang mit Halloween. Bei den insgesamt 15 gemeldeten Vorfällen handelte es sich vorwiegend um Bagatellen, wie etwa Eier, die gegen Fassaden oder Fenster geworfen worden waren.

Die Polizei hatte in Vorarlberg keine zusätzlichen Streifen losgeschickt, sondern auf Aufklärung im Vorfeld gesetzt. Zudem habe offensichtlich „Corona Wirkung gezeigt", resümierte der Polizeisprecher.

➤ Sehr ruhig ist die Halloween-Nacht auch in Kärnten verlaufen. Wie ein Polizeisprecher sagte, habe es lediglich vier Anzeigen gegeben, weil Corona-Auflagen nicht eingehalten wurden. Bis Sonntagfrüh wären auch keine Berichte über Randale, Körperverletzungen oder Sachbeschädigungen mit Bezug auf Halloween vorgelegen.

➤ In Lokalen in Wien sind 50 Anzeigen nach den Covid-19-Bestimmungen ausgestellt worden. Insgesamt kontrollierte die Polizei 230 Gastronomiebetriebe, berichtete Pressesprecher Marco Jammer. Bei einem Großteil der Kontrollen seien die Bestimmungen eingehalten worden oder es reichten aufklärende Gespräche mit den Betreibern und den Lokalgästen, betonte er. In der Innenstadt kam es auf der Straße zu kleineren Vorfällen. Dabei hatten es die Beamten unter anderem mit einem Einsatz nach einer Körperverletzung zu tun. Weil der Beschuldigte die Polizisten beschimpfte und sich nicht beruhigen ließ, wurde er festgenommen.

Gegen 1 Uhr überquerte ein junger Mann ebenfalls in der City trotz Rotlicht einen Schutzweg und zeigte gegenüber Polizisten den Hitlergruß. Der 23-Jährige wurde auf freiem Fuß nach dem Verbotsgesetz angezeigt. Außerdem wurde ein Graffiti-Sprayer auf frischer Tat ertappt.

➤ In der Steiermark hat es insgesamt zehn Anzeigen nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz gegeben. Laut Polizeiangaben wurden in dieser Nacht rund 250 Kontrollen in Gastgewerbebetrieben durchgeführt. Ansonsten verlief die Nacht ebenfalls „recht ruhig", sagte Polizeisprecherin Julia Heimgartner am Sonntag auf APA-Anfrage: „Es hat mit Stand Sonntagfrüh keine wirklich aufsehenerregenden Ereignisse gegeben." Es sei aber gut möglich, dass im Laufe des Tages weitere Anzeigen über Sachbeschädigungen einlangen.

Für Aufsehen hatte eine Gruppe Jugendlicher gesorgt, die in der Nacht auf Sonntag im Grazer Bezirk Geidorf ein Auto umgeworfen hatten. Wie die Polizei in einer Aussendung mitteilte, hatte eine Zeugin vier bis fünf Jugendliche gesehen und die Polizei gerufen, eine Sofortfahndung blieb ergebnislos. Die Beamten stießen in der Nähe des Vorfallortes aber auf weitere Sachbeschädigungen: Vier Autos waren mit weißem Lack besprüht worden.

➤ Etwas „wilder" ging es in Niederösterreich zu, auch wenn es strafrechtliche Delikte im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich gesunken sein dürften. Die Polizei berichtete am Sonntagvormittag von zahlreichen Einsätzen in der Halloween-Nacht im Bundesland.

Zudem habe es mehrere Auseinandersetzungen im privaten und öffentlichen Bereich gegeben, meist hervorgerufen durch übermäßigen Alkoholkonsum. In drei Fällen sei es zu Widerständen gegen die Staatsgewalt gekommen, wobei laut Baumschlager zwei Polizeibeamte verletzt wurden.

In Bruck a.d. Leitha musste die Polizei außerdem eine Halloween-Feier auflösen. Weil die in einem Internetforum angekündigte Veranstaltung ohne Präventionskonzept durchgeführt worden sei, erfolgte gegen den Veranstalter eine Anzeige nach dem Covid-Maßnahmengesetz. Die etwa 30 Anwesenden hätten die Party freiwillig verlassen, teilte die Landespolizeidirektion Niederösterreich mit.

➤ Auch in Oberösterreich war es zeitweisen nicht ganz so ruhig. In der Innenstadt von Linz ist es in der Halloween-Nacht zu einem Tumult gekommen. Laut Polizei haben sich am Sonntag um 0.40 Uhr in der Landstraße 40 bis 50 junge Männer zusammengerottet. Als 15 Polizeistreifen eintrafen, soll ein Großteil der Gruppe die Beamten beschimpft und Flaschen und Dosen in ihre Richtung geworfen haben. Verletzt wurde niemand. 31 Jugendliche und junge Erwachsene wurden wegen Ordnungsstörung angezeigt.

Aggressiv gegen Polizisten hat sich ein 34-jähriger Besucher eines Lokals in Asten (Bezirk Linz-Land) am Sonntag um 0.45 Uhr verhalten. Dort haben sich laut Polizei rund 50 Personen „auf engstem Raum" aufgehalten, „ohne Einhaltung jeglicher Schutzmaßnahmen". Die Anwesenden, die großteils alkoholisiert waren, hätten ihren Unmut über die Kontrollen kund getan. Am Aggressivsten ging offenbar der 34-jährige Oberösterreicher vor. Er beschimpfte die Beamten, randalierte und widersetzte sich der Kontrolle. Beim Versuch, sich loszureißen, stieg er gegen eine Glastüre, die daraufhin zerbrach. Nach Einsatz eines Pfeffersprays wurde der Mann festgenommen.

➤ Umso ruhiger war es wiederum im Burgenland, wo offenbar die Situation rund um die Corona-Pandemie deutliche Auswirkungen auf die Halloween-Aktivitäten zeigte. Laut Angaben der Einsatzkräfte verlief die Nacht auf Sonntag weitgehend ruhig. In zwei Fällen wurde Anzeige wegen Lärmerregung erstattet, hieß es von der Polizei auf APA-Anfrage.

Auch bei der Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ) und der Feuerwehr wurden keine besonderen Vorfälle gemeldet. Es gab lediglich vereinzelt Ausrückungen wegen ausgelöster Brandmeldeanlagen. Über Anzeigen wegen eventueller Verstöße nach dem Covid-Maßnahmengesetz war in der Landespolizeidirektion am Sonntag vorerst nichts bekannt.


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