Schröcksnadel kritisiert Maßnahmen: „Verstehe nicht, warum man Lifte sperrt"

Durch die Sperre des Vereinssports nehme man Kindern und Betreuern die Freude am Sport. Dadurch würden ganze Jahrgänge verloren gehen. Und das nicht nur im Skisport.

Peter Schröcksnadel, hier mit ÖSV-Trainer Michael Pircher, sieht der Zukunft des Sports wenig optimistisch entgegen.
© EXPA/DOMINIK ANGERER

Innsbruck – Peter Schröcksnadel, der Präsident des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), findet in den mit Dienstag in Kraft tretenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in mehrfacher Hinsicht Anlass zu Kritik. Für den 79-Jährigen sind Einschränkungen in der Sportausübung vor allem mit Blick auf den Nachwuchs unverständlich, zudem prangert er Versäumnisse der Politik im Sommer an.

Der Tiroler denkt dabei nicht allein an den Skisport, sondern sorgt sich um den Vereinssport in allen Sparten. Breiten- und Nachwuchssport ist ja nur noch im Freien und kontaktlos möglich. "Man hätte Konzepte entwickeln und Überlegungen anstellen können, wie man die weitere Sportausübung ermöglichen kann", kritisierte Schröcksnadel.

"Aber man sperrt den Vereinssport zu. Damit nimmt man den Kindern und den Funktionären die Freude, da gehen ganze Jahrgänge verloren", erklärte der ÖSV-Chef. "Das ist für mich völlig unverständlich. Das kann man nur machen, wenn man dem Sport nicht nahesteht. Das ärgert mich!" Schröcksnadel hatte sich schon vor der Pandemie für sportpolitische Themen, etwa für die tägliche Turnstunde stark gemacht.

Versäumnisse im Sommer wirken sich jetzt aus

Schröcksnadel moniert, dass im Sommer zu wenig geschehen sei, um die Situation in den Spitälern zu verbessern. "Ein Argument für die Maßnahmen ist die Zahl der Intensivbetten. Aber warum hat man die über den Sommer nicht erhöht und mehr Personal ausgebildet", fragte der Tiroler. Da sei nichts geschehen und nun sei die gesamte Bevölkerung von den Maßnahmen betroffen. Er wisse von einem Krankenhaus, in dem ein Antrag auf acht zusätzliche Intensivbetten aus Kostengründen nicht genehmigt worden sei.

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Er habe schon im Frühjahr angeregt, durch Grippeimpfungen vorzusorgen und damit die Belegung der Spitalsbetten zu reduzieren. "Warum hat man nicht im Frühjahr Impfstoff bestellt und eine Gratis-Impfaktion durchgeführt", kritisierte Schröcksnadel aus seiner Sicht diesbezügliche Versäumnisse.

Schröcksnadel ist als Unternehmer von der vorerst zeitlich limitierten Schließung von Seilbahnen und Liften betroffen. Der Spitzensport könne sich durch Ski-doos behelfen. "Aber ich verstehe nicht, warum man Skilifte sperrt. Bei Gondeln müsste man vorsorgen, aber auf einem Lift kann überhaupt nichts passieren." (APA)


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