Duo rettet verletzten Polizisten: Netz feiert Helden des Anschlags in Wien

Zwei junge Kampfsportler sollen beim Anschlag in Wien eine ältere Frau und einen angeschossenen Polizisten in Sicherheit gebracht haben. Das türkischstämmige Duo wird im Netz als Helden gefeiert.

Die beiden jungen Männer bewiesen Zivilcourage.
© Screenshot/Twitter

Wien – Zwei junge Männer werden nach den verheerenden Attentaten in der Wiener Innenstadt auf diversen Social-Media-Kanälen als selbstlose Retter gefeiert. Die beiden türkischstämmigen Kampfsportler sollen einer älteren Frau und einem angeschossenen Polizisten geholfen haben.

📽️ Video | Männer retten angeschossenen Polizisten

Wie einer der beiden in einem Instagram-Video schildert, hätten sie noch einen „letzten Kaffee vor den Ausgangssperren“ trinken wollen, dabei seien sie „mitten im Gefecht gelandet“. Zunächst hätten sie einer älteren Dame geholfen, sich in Sicherheit zu bringen.

„Wir konnten nicht zuschauen“

Danach entdeckten sie einen verwundeten Polizisten, der augenscheinlich „schwer getroffen“ worden war. „Wir konnten nicht zuschauen“, sagte der junge Mann in dem Video. Daher habe er ihn gemeinsam mit seinem Begleiter geschultert und zum Krankenwagen gebracht. Selbst hätten sie leichte Verletzungen davongetragen.

Am Ende der Schilderung betonte der Mann: „Wir türkisch-stämmige Muslime verabscheuen jegliche Art von Terror, wir stehen zu Österreich, wir stehen für Wien. Wir respektieren Österreich.“ Egal was passiere, „wir sind jederzeit zu Hilfe bereit“.

Vielfach kommentiert wurde in sozialen Medien auch der Ausruf eines Mannes, der dem Attentäter in einem der zahlreichen Montagnacht veröffentlichten Videos nachruft: „Schleich di, du Oaschloch!“. Unter anderem wurde diese Aussage als typisch wienerisch gewürdigt.

Auch Mitglied aus Weikendorfer Familie half

Auch ein Mitglied jener palästinensisch-stämmigen Familie, der ein Grundstückkauf in Weikendorf (Bezirk Gänserndorf) lange verweigert worden war, dürfte sich Verdienste bei der Versorgung Verletzter nach dem Anschlag erworben haben. Wie unter anderem der Wiener SPÖ-Abgeordnete Omar Al-Rawi berichtete, war Osama Joda einer der Helfer bei der Bergung eines verwundeten Polizisten.

Wie Joda, der bei einem Fast-Food-Lokal am Schwedenplatz arbeitet, im Kurier online berichtete, habe er den angeschossenen Beamten hinter eine Betonbank gezogen und versucht, die Blutung zu stoppen. Auch bei der Verständigung der Rettung sei er tätig gewesen und habe geholfen, den Mann zum Rettungswagen zu tragen.

Der Fall der Familie hatte in den Medien hohe Wellen geschlagen. Der Weikendorfer Bürgermeister hatte den Erwerb eines Grundstücks durch die Jodas verhindern wollen. Aus seiner Sicht würden "die unterschiedlichen Kulturkreise der islamischen sowie der westlichen Welt in ihren Wertvorstellungen, Sitten und Gebräuchen weit auseinanderliegen". Mittlerweile gibt es einen positiven Bescheid und der Kauf ist bereits abgewickelt. (APA)


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