Trotz zweitem Lockdown: „Offene Jugendarbeit in Tirol hat nie geschlossen"

Zwar gibt es keine Veranstaltungen mehr. Aber persönliche Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche sind nach wie vor möglich.

Symbolfoto.
© Rudy De Moor/TT

Innsbruck – Trotz Lockdown, Ausgangsbeschränkungen und Fernunterricht in der Oberstufe: Die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Tirol wird fortgeführt. Seit Dienstag gilt in ganz Österreich die neue Verordnung. Die Regelungen wirken sich auch auf Tiroler Jugendzentren und soziale Einrichtungen aus. Der Dachverband Offene Jugendarbeit Tirol (POJAT) bleibt auch in den nächsten Wochen verfügbar.

Wie das Land Tirol am Dienstag in einer Aussendung bekannt gab, bleiben persönliche Gespräche für Kinder und Jugendliche erlaubt. Beratungs- und Informationsarbeiten sind daher weiterhin möglich.

Verboten sind laut Verordnung diverse Veranstaltungen, wie zum Beispiel Gruppenstunden, Heimabende, Ausflüge, Auftritte, Feste oder Ferienlager. Familien- und Jugendlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) spricht von einer Herausforderung in den nächsten Wochen. Sie appelliert an alle Familien, Kinder und Jugendlichen, durchzuhalten.

Wieder mehr Online- und Telefonangebote

Für die Landesrätin ist es besonders wichtig, den jungen Menschen die gewohnte Betreuung, etwa durch die Mobile Jugendarbeit, weiterhin bestmöglich anzubieten. Wie bereits während dem ersten Lockdown sollten Einrichtungen auch wieder auf Online- und Telefongespräche zurückgreifen.

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Die Verordnung des Bundes zu den Hygiene- und Sicherheitsvorgaben seien bei persönlichen Treffen jedenfalls einzuhalten. „Dabei muss mit Augenmaß agiert und auf die unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten reagiert werden, damit sich die Jugendlichen auch in diesen Zeiten so wohl wie möglich fühlen", sagt Landesrätin Zoller-Frischauf. Folgende Vorschriften seien zu beachten:

  • Mund-Nasen-Schutz-Pflicht für Jugendliche und Jugendarbeiter – ausgenommen davon sind öffentliche Orte im Freien
  • Mindestabstand von einem Meter gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben
  • pro anwesender Person braucht es eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern – dementsprechend viele Personen können sich in einem Raum aufhalten

„Jugendarbeiter*innen sind für die jungen Menschen da"

Trotz Lockdown und Ausgangsbeschränkungen in der Zeit von 20 bis 6 Uhr sind verschiedene Einrichtungen weiterhin erreichbar. Der Dachverband Offene Jugendarbeit Tirol (POJAT) hat hierzulande etwa 90 Standorte.

„Besonders wichtig ist es für Familien in der aktuellen Phase, Gespräche zu suchen und Dinge anzusprechen", so Lukas Trentini, Mitglied im Geschäftsführungsteam der POJAT. Das gilt vor allem für den gestrigen Terroranschlag in Wien, denn darüber müsse geredet werden. Gerade in schwierigen Verhältnissen gehe es darum, Themen mit Jugendlichen anzusprechen und nicht nur auszuhalten.

Die Offene Jugendarbeit habe auch im Lockdown „nie geschlossen", sagt Trentini. Zwar würden nun Veranstaltungen wegfallen. Doch persönliche Gespräche und digitale Angebote wie Chatrooms oder Online-Spiele gebe es nach wie vor. „Die Jugendarbeiter*innen sind für die jungen Menschen da und setzen sich mit ihren Sorgen und Nöten auseinander", so das Mitglied der POJAT-Geschäftsführung.

In schwierigen Situationen und Notfällen können sich Betroffene an mehrere Anlaufstellen wenden (siehe Factbox). Der Dachverband Offene Jugendarbeit Tirol berät Einrichtungen und ist für Fragen rund um die Arbeit mit Jugendlichen verfügbar. (TT.com/beka)

Anlaufstellen für Kinder- und Jugendarbeit und Notfälle im Lockdown


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