Wassernotfall in Rietz: Familie kenterte mit Schlauchboot im Inn

Glimpflich endete am Samstag ein Bootsunfall bei Rietz. Die Wasserrettung warnt davor, das Wildwasser Inn zu unterschätzen.

Den Einsatzkräften gelang es, die vierköpfige Familie in Sicherheit zu bringen und anschließend das Boot zu bergen.
© Zeitungsfoto.at

Rietz, Innsbruck – Dramatische Szenen haben sich Samstag am Inn bei Rietz abgespielt. Gegen 15 Uhr wollte ein Ehepaar aus Österreich (43 und 36) mit zwei Kindern (8 und 9) mit einem Schlauchboot den Fluss befahren, als das Boot kurz nach dem Einstieg an einer Wurzel hängen blieb und kenterte. Das Boot und die vier Insassen wurden abgetrieben, ein Spaziergänger setzte daraufhin den Notruf ab.

Das Ehepaar und die beiden Kindern konnten schließlich leicht unterkühlt aus dem Inn gerettet werden, sie blieben unverletzt. Im Einsatz standen die Wasserrettung Innsbruck mit acht, die Feuerwehren Rietz und Telfs mit 42 Mitgliedern sowie die Rettung Telfs mit zwei Sanitätern und dem Einsatzleiter.

„Das war nicht die klassische Studentenpartie, die mit einem Kaufhausboot den Inn hinunterfährt“, betont Konrad Kirchebner von der Innsbrucker Wasserrettung. „Die Familie war top ausgerüstet. Dass das passiert ist, war einfach Pech.“ Schließlich komme es auch im Straßenverkehr vor, dass mit den besten und sichersten Fahrzeugen Unfälle passieren.

Grundsätzlich sei es nicht verboten, mit einem unmotorisierten Gefährt den Inn zu befahren. Kirchebner warnt allerdings davor, den Fluss zu unterschätzen. „Der Inn ist ein Wildwasser. Wir haben schon viel erlebt: von der Luftmatratze bis zum Kinderplanschbecken. Das sind natürlich alles keine geeigneten Sportgeräte.“

Doch auch die persönliche Schutzkleidung und das Wissen um die Besonderheiten des Gewässers seien wesentliche Sicherheitsfaktoren. „Der Inn hat selbst im Hochsommer nicht mehr als zwölf Grad“, erklärt der Experte. Das führt dazu, dass der Körper bei einem Sturz ins Wasser extrem schnell auskühlt. „Als Faustregel gilt: Man hat so viel Zeit, aus dem Wasser zu kommen, wie das Wasser Grad hat.“ Bei sieben Grad kaltem Wasser müsse man also binnen sieben Minuten ins Trockene kommen, bevor der Körper das Blut zentralisiert, um die Funktion der lebenswichtigen Organe aufrechtzuerhalten. Arme und Beine werden dann funktionsunfähig. Ohne Schwimmweste und Neoprenanzug bleibt also nicht viel Zeit, sich ans Ufer zu retten. (np)


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