Gefeuert: Trump zählt zum exklusiven Kreis abgewählter Präsidenten

Donald Trump hat nun etwas mit Gerald Ford, Jimmy Carter und George H.W. Bush gemeinsam: Er muss nach nur einer Amtszeit das Weiße Haus wieder verlassen. In der Geschichte der US-Präsidenten ist er erst der Zehnte, der abgewählt wurde.

Donald Trump, 45. Präsident der USA, wurde eine zweite Amtszeit von den Wählern verwehrt.
© DOMINICK REUTER

Washington – You're fired: Donald Trump ist zum ersten Mal in seinem Leben gekündigt worden, und das vom amerikanischen Volk. Die Niederlage bei der Präsidentenwahl ist für den Immobilientycoon eine besondere Schmach, weil die Amerikaner ihren Präsidenten eigentlich mit viel Wohlwollen begegnen. Die Zahl der amtierenden Präsidenten, denen die Amerikaner eine weitere Amtszeit verwehrten, ist nämlich überschaubar. So gesehen ist Trump nun in einen exklusiven Kreis eingetreten.

Während sich 21 US-Präsidenten erfolgreich um eine weitere Amtszeit bewarben, ist Trump erst der zehnte, dem eine solche von den Wählern verwehrt wurde. Die drei unmittelbaren Vorgänger Trumps – Bill Clinton (1993-2001), George W. Bush (2001-09) und Barack Obama (2009-17) – hatten allesamt zwei Amtszeiten absolviert.

Donald Trump muss sich am 20. Jänner aus dem Weißen Haus verabschieden.
© JIM WATSON

Von Taft bis George Bush sen.

Im vergangenen Jahrhundert kassierten nur fünf Präsidenten einen Fußtritt der Bürger am Wahltag. Es waren dies William Howard Taft (1909-13), Herbert Hoover (1929-33), Gerald Ford (1974-77), Jimmy Carter (1977-81) und George H.W. Bush (1989-93). Carter ist übrigens der einzige Demokrat in diesem sonst republikanischen Club.

Ford ist ein Sonderfall, weil er als (nicht gewählter) Vize für den in der Watergate-Affäre zurückgetretenen Richard Nixon nachgerückt war. Taft und Bush Senior hatten bei ihrer zweiten Wahl ein massives Handicap durch starke Gegenkandidaten im eigenen Lager. Gegen Taft ging bei der Wahl 1912 Ex-Präsident Theodore Roosevelt ins Rennen, gegen Bush bei der Wahl 1992 der texanische Rechtspopulist Ross Perot. In beiden Fällen nutzte dies den demokratischen Herausforderern Woodrow Wilson beziehungsweise Bill Clinton.

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Donald Trump will seine Wahlniederlage noch nicht eingestehen. Sein Team hat bereits Dutzende Klagen eingereicht.
© MANDEL NGAN

Trump ist somit noch am ehesten mit Hoover vergleichbar, der von den Amerikanern im Jahr 1932, am Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, abgewählt wurde. Hoover kassierte auch die schmachvollste Niederlage eines Amtsinhabers, erreichte sein Gegenkandidat Franklin D. Roosevelt doch 57,4 Prozent der Wählerstimmen. Dann kommt aber bereits Trump-Herausforderer Biden, der in der Endabrechnung voraussichtlich 52 Prozent der Stimmen haben wird. Jedenfalls wird er besser liegen als das Trump-Idol Ronald Reagan bei dessen Sieg gegen Carter im Jahr 1980 (50,7 Prozent).

Der erste "One-term-president" war mit John Adams (1797-1801) übrigens bereits der unmittelbare Nachfolger des legendären Gründungspräsidenten George Washington, der nach zwei Amtszeiten freiwillig auf ein neuerliches Antreten verzichtet hatte. Die weiteren nicht wiedergewählten Präsidenten des 19. Jahrhunderts waren Adams' ältester Sohn John Quincy Adams (1825-29), Martin Van Buren (1837-41), Grover Cleveland (1885-89) und Benjamin Harrison (1889-93). Der Demokrat Cleveland zahlte es aber dem Republikaner Harrison heim, indem er diesen bei der Präsidentenwahl 1892 besiegte.

Ein Blick in das Manuskript der unrühmlichen Rede Donald Trumps zwei Tage nach der Wahl.
© BRENDAN SMIALOWSKI

Cleveland wurde so zum einzigen US-Präsidenten mit zwei nicht aufeinander folgenden Amtszeiten. Eine Option, die nun auch Donald Trump offensteht. Trump 2024? In vier Jahren wäre er nur wenige Monate älter als sein Nachfolger Joe Biden jetzt. (APA)


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