Meilenstein im Oberland: Perjentunnel öffnet heute beide Röhren

Im Lauf des Tages öffnet die zweite Röhre auf der Arlberg Schnellstraße (S 16) – erstmals sind Autofahrer damit ohne Gegenverkehr unterwegs. Einige Restarbeiten sind noch offen, in den kommenden Tagen werden die beiden Röhren deshalb nur einspurig befahrbar sein.

In den kommenden Tagen werden die beiden Röhren nur einspurig befahrbar sein, dann startet der zweispuriger Probebetrieb mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.
© Reichle

Landeck – Sechs Jahre nach dem Baustart gehen am heutigen Montag erstmals beide Röhren des Landecker Perjentunnels in Betrieb. Im Lauf des Tages, vermutlich am Nachmittag, öffnet die zweite Röhre auf der Arlberg Schnellstraße (S 16) – erstmals sind Autofahrer damit ohne Gegenverkehr unterwegs. "Wir öffnen stufenweise", erklärt Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl. Derzeit sind noch einige Restarbeiten offen. In den kommenden Tagen werden die beiden Röhren deshalb nur einspurig befahrbar sein, in einigen Nächten wird der Verkehr in jeweils einer Fahrtrichtung ausgeleitet.

Danach startet ein zweispuriger Probebetrieb mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometer. "Ab Dezember gibt es dann keine Einschränkungen mehr", erklärt er.

Fertigstellung wegen Corona verzögert

Es ist ein Meilenstein für die größte Tunnelbaustelle im Tiroler Oberland. Im Dezember 2018 ging der 2852 Meter lange Perjentunnel II in Betrieb. Direkt im Anschluss wurde die Sanierung der nördlichen Bestandsröhre in Angriff genommen. Nach umfangreichen Tests gab es nun grünes Licht.

Landeshauptmann Günther Platter (Mitte) und Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele (rechts) gaben die sanierte Bestandsröhre zusammen mit Asfinag-Projektleiter Richard Loidl symbolisch für den Verkehr frei.
© Asfinag/Stelzl

Insgesamt 131 Millionen Euro flossen in den Vollausbau, der ein langjähriger Wunsch der Gemeinden im Talkessel war. Ursprünglich war die Fertigstellung und die Verkehrsfreigabe für das Frühjahr 2020 geplant – Corona machte dem aber einen Strich durch die Rechnung.

"Mein Dank gilt an dieser Stelle der Asfinag und allen Beteiligten, die jahrelang in der Konzeptions-, Planungs- und schlussendlich in der Ausführungsphase zur Verwirklichung dieses 131 Millionen schweren Projektes beigetragen haben", betont Tirols Landeshauptmann Günther Platter. "Mit unserer Investition von 131 Millionen Euro erhöhen wir somit deutlich die Verkehrssicherheit für täglich 14.000 Autofahrerinnen und Autofahrer“, sagt auch Asfinag-Bau-Geschäftsführer Andreas Fromm.

Die nächste große Baustelle der Asfinag ist bereits in Vorbereitung. 2021 startet nun der zweiröhrige Ausbau im Bereich der bestehenden Lötzgalerie östlich des Perjentunnels. Erste Maßnahme ist der Neubau der Lötzbachbrücke. Das Gesamtprojekt wird voraussichtlich bis 2026 abgeschlossen sein. (mr)


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