Ex-Sprintstar Hondo gab an: Gemeinsam mit Petacchi von Mark S. gedopt

Hondo gab vor Gericht an von Mark S. zum Blutdoping überredet worden zu sein. Er habe 25.000 Euro bezahlt. Erfolge habe er dadurch aber keine errungen - es habe ihm eher geschadet.

Danilo Hondo arbeitete zuletzt als Schweizer Teamchef. Nach seiner Verstrickung in die Operation Aderlass musste er seinen Posten räumen.
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München – Der frühere deutsche Radprofi Danilo Hondo ist nach eigener Aussage gemeinsam mit dem ehemaligen italienischen Sprint-Star Alessandro Petacchi vom Mediziner Mark S. gedopt worden. Das gab der heute 46-Jährige bei seiner Zeugenaussage im Blutdoping-Prozess am Dienstag in München an. Als Teamkollegen beim Rennstall Lampre seien die zwei Sportler teils sogar nebeneinander im Hotelzimmer von dem Erfurter Arzt behandelt worden.

"Wenn man so ein enges Verhältnis hat, das fast brüderlich war, dann hat man kein Problem damit, dass man zusammen in einem Raum gedopt wird", berichtete Hondo vor dem Landgericht München.

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Hondo war damals Petacchis wichtigster Helfer für die Sprints, die beiden sind noch gut befreundet. Anders als Hondo streitet Petacchi aber nach wie vor ab, von Mark S. gedopt worden zu sein. Dennoch wurde der Italiener, der Anfang der Nuller-Jahre einer der beste Sprinter der Welt und Sieger von Dutzenden Etappen bei den drei großen Rundfahrten war, im Nachhinein noch gesperrt.

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25.000 Euro, aber kein Erfolg mehr

Hondo erzählte, dass er im Herbst 2011 von Mark S. zum Blutdoping überredet worden war. Im Winter wurde dann Blut abgenommen, das er aufbereitet zu den wichtigen Rennen 2012 wie Mailand-Sanremo oder der Tour de France wieder zurückgeführt bekam. Erfolge feierte Hondo aber nicht mehr. "Mir schien es mehr geschadet zu haben", sagte er. Nach der Saison 2012 habe er das Blutdoping bei Mark S. beendet. Gekostet habe ihn die Zusammenarbeit rund 25.000 Euro.

Als die Blutdoping-Affäre im Februar 2019 im Rahmen der "Operation Aderlass" während der Nordischen Ski-WM in Seefeld aufflog, wurde auch Hondos Name genannt, der dann in einem Interview gestand und seinen Job als Nationaltrainer in der Schweiz verlor. (APA, dpa)


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