Pro-europäische Sandu gewann Präsidentenwahl in Moldau

Die Oppositionspolitikerin Maia Sandu hatte schon die erste Runde der Präsidentenwahl vor zwei Wochen überraschend mit 36,16 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen.

Oppositionspolitikerin Maia Sandu.
© Sergei GAPON / AFP

Chisinau – Die proeuropäische Oppositionspolitikerin Maia Sandu hat einer Wählerbefragung zufolge die Präsidentenwahl in der Republik Moldau gewonnen. Die Ex-Regierungschefin kam laut der von der moldauischen Wahlbehörde genehmigten Erhebung bei der Wahl am Sonntag auf 54,8 Prozent der Stimmen. Der pro-russische Amtsinhaber Igor Dodon musste sich demnach mit 45,2 Prozent der Stimmen begnügen.

Sandu hatte schon die erste Runde der Präsidentenwahl vor zwei Wochen überraschend mit 36,16 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen, während Dodon auf lediglich 32,61 Prozent gekommen war. Die Wahlbeteiligung bei der heutigen Stichwahl betrug 52,60 Prozent und erwies sich damit um knapp zehn Prozentpunkte höher als in der ersten Runde des Präsidentschaftsrennens (42,76 Prozent). Vor allem im Ausland lebende Moldauer hatten massiv von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht, was laut Beobachtern Sandu nützte.

Hunderttausende moldauischen Bürgerinnen und Bürger leben außerhalb der bitterarmen Ex-Sowjetrepublik, viele von ihnen in EU-Staaten. Dort kam es vor den moldauischen Botschaften und Konsulaten zu langen Warteschlagen sowie zu erheblichen Protesten, nachdem die Stimmzettel bereits Stunden vor Schließung der Wahllokale restlos ausgegangen waren – wie etwa in London, Berlin, Frankfurt am Main und dem französischen Montreuil. Wegen einer Bombendrohung musste in Frankfurt zudem auch ein Wahllokal vorübergehend geschlossen werden, die Frankfurter Polizei gab rund eineinhalb Stunden später Entwarnung.

In einer ersten Reaktion dankte Sandu am Abend allen moldauischen Wählern aus In- und Ausland für ihre vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie beispiellose Mobilisierung an den Wahlurnen. Im Wahlkampf hatte sich die proeuropäische Politikerin für die Bekämpfung der Armut im Land, der Korruption, für Reformen und einen "Staat, der im Dienste der Menschen steht", stark gemacht. (APA)

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