Verdächtige für Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe festgenommen

Bei einem der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte wurden im November 2019 in Dresden Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen. Nun gibt es Festnahmen.

Die bei einem Einbruch beschädigte Vitrine im Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).
© Sebastian Kahnert

Dresden – Knapp ein Jahr nach dem Kunstraub im Dresdner Grünen Gewölbe hat die deutsche Polizei am Dienstag in der Früh in Berlin drei Tatverdächtige festgenommen. Diese sollen noch im Laufe des Tages dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte. Den Beschuldigten würden schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung in zwei Fällen vorgeworfen. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Einsatz berichtet.

Seit dem Morgen wurden demnach insgesamt 18 Objekte in der deutschen Hauptstadt durchsucht, darunter zehn Wohnungen sowie Garagen und Fahrzeuge. Laut Behörden sind dabei knapp 1.640 Polizeibeamte im Einsatz. Im Zentrum der Maßnahmen stehe die Suche nach den gestohlenen Kunstschätzen und möglichen Beweismitteln, etwa Speichermedien, Bekleidungsstücke und Werkzeuge.

Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen

Bei einem der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte hatten Unbekannte im November 2019 in Dresden aus der berühmten Schatzkammer Grünes Gewölbe Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen.

Der Schwerpunkt der Durchsuchungen von Dienstag früh liege im Stadtteil Berlin-Neukölln. Aufgrund des Polizeieinsatzes ist demnach den ganzen Tag mit erheblichen Verkehrseinschränkungen im gesamten Stadtgebiet von Berlin zu rechnen.

Einsatzkräfte der Polizei stehen im Bärengarten neben dem durchtrennten Gitterfenster des Grünen Gewölbes am Residenzschloss. Knapp ein Jahr nach dem Kunstraub hat die Polizei am Dienstag in Berlin drei Tatverdächtige festgenommen.
© Sebastian Kahnert

Neben Einsatzkräften aus Sachsen seien auch Spezialeinsatzkräfte des Bundes und der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an den Maßnahmen beteiligt.

Zwei Unbekannte waren in das berühmte Museum eingedrungen und hatten Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten gestohlen. Nach früheren Angaben der Ermittler stiegen sie über eines der vergitterten Fenster ins Residenzschloss, in dem sich das Grüne Gewölbe befindet, ein und gingen dann gezielt ins Juwelenzimmer. Ein von der Polizei veröffentlichtes Überwachungsvideo zeigte zwei Einbrecher, die mit Taschenlampen den dunklen Raum betreten und mit einer Axt auf die Vitrine einschlagen.

Für das Museum unersetzlich, für die Diebe unverkäuflich

Die Juwelen in dem Schatzkammermuseum, das Sachsens Kurfürst August der Starke (1670-1733) eingerichtet hatte, gelten für das Museum unersetzlich und für die Diebe unverkäuflich. Entwendet wurden u.a. prominente Stücke der Brillant- und Diamantrosengarnitur sowie die Große Brillantschleife vom Brillantschmuck der Königinnen.

Das Historische Grüne Gewölbe wurde 1945 teilweise zerstört und bis 2006 authentisch wiederhergestellt. Höhepunkt des Museumsbestands ist das Juwelenzimmer mit vier Hightech-Vitrinen. (dpa)


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