Trotz Lockdowns: IVB und VVT fahren vorerst im Normalbetrieb weiter

Der Lockdown bringt zumindest bis 6. Dezember scharfe Ausgangsbeschränkungen mit sich. Die Tiroler Verkehrsbetriebe wollen dennoch für Berufspendler, die nicht im Home Office arbeiten können, weiter normal verkehren.

(Symbolfoto)
© IVB

Innsbruck – Der harte Lockdown seit der Nacht auf Dienstag bringt scharfe Ausgangsbeschränkungen mit sich. Außer Haus darf man wieder nur mit wenigen Ausnahmen. Das wirft naturgemäß auch Fragen für den Verkehr auf. Die Öffis werden nun jedoch vorerst normal verkehren, schreiben die Verkehrsbetriebe in Aussendungen am Dienstag.

„Obwohl die Nachfrage derzeit geringer ist, wollen wir mit dem Stadtverkehr in Innsbruck allen, die mobil sein müssen, ein zuverlässiges und sicheres Angebot bieten“, betont etwa IVB-Geschäftsführer Martin Baltes. Auch für Vizebürgermeisterin und Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl ist eine Aufrechterhaltung des Öffi-Betriebs wichtig: „Mein großer Dank gilt vor allem den engagierten IVB-MitarbeiterInnen, die den Betrieb am Laufen halten.“

Für Innsbruck bedeutet das: Trotz Lockdowns fährt die IVB weiterhin im Normalbetrieb – mit Verstärkerfahrten im Bedarfsfall. Auch die Nightliner verkehren als Service für die BerufspendlerInnen laut Normalfahrplan. Der Wochenendbetrieb auf den Linien N7 und N8 wird jedoch bis auf Weiteres auf den Fahrplan unter der Woche umgestellt, diese fahren also bis ca. 1 Uhr.

Strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen

❗️ Die strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen an den Haltestellen sowie in den Fahrzeugen bleiben aufrecht.

👨🏽‍🦯 Auf Wunsch des Blinden- und Sehbehindertenverbands wird die Vordertüre jedoch exklusiv für Menschen mit Sehbehinderung wieder geöffnet. Baltes: „Wir appellieren an unsere Fahrgäste das zu respektieren und so auch sehbehinderten und blinden Menschen die einfache Nutzung unserer Busse zu ermöglichen.“

Verstärkte Fahrten für Schüler werden vorübergehend eingestellt

Die VVT schreiben in einer Aussendung ebenfalls, dass normal weitergehfahren wird. Aufgrund des Distance Learnings werden jedoch die Corona-Schülerverstärker vorübergehend eingestellt. Dabei werden die Linien und Kurse in den nächsten Tagen und Wochen intensiv beobachtet, um Fahrzeug- sowie Personalressourcen bedarfsgerecht und effizient einsetzen zu können. Auf einzelnen Kursen kann es somit noch zu Änderungen kommen, schreiben die VVT.

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Erneut mein Appell an die Fahrgäste: Bitte nehmen Sie die Maßnahmen ernst, tragen Sie einen MNS in den Öffis, sowie an den Haltestellen und Bahnhöfen und beschränken Sie die Nutzung auf das Notwendigste.
VVT Geschäftsführer Alexander Jug

Die VVT KundInnencenter in Innsbruck und Reutte bleiben aufgrund der aktuellen Situation ab Mittwoch, den 18.11.2020 bis auf weiteres geschlossen. Per Mail unter info@vvt.at, sowie telefonisch unter 0512/561616 ist der Kundenservice jedoch auch weiterhin Montag bis Freitag von 7:30 bis 18:00 Uhr erreichbar.

Auch ÖBB fahren weiter

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) fahren im neuen Lockdown im Gegensatz zu jenem im Frühjahr im Inland voll weiter. International gibt es manche Einschränkungen. „Wir halten auch während des aktuellen Lockdowns den Nahverkehr und nationalen Fernverkehr in ganz Österreich aufrecht", betonte ÖBB-Chef Andreas Matthä am Dienstag auf Anfrage. Das sei wichtig für die Pendler. „Auch der Güterverkehr ist planmäßig unterwegs, um die Versorgungssicherheit sicherzustellen."

National gibt es zwischen Wien und Salzburg eine kleine Änderung, die vom Fahrgast aber praktisch unbemerkt bleiben dürfte: Im Rahmen der kürzlichen pandemiebedingten Notvergabe der Weststrecke durch das Verkehrsministerium wird jede zweite Stunde ein (ÖBB-)Zug von der mehrheitlich privaten Westbahn gestellt, für den aber auch die ÖBB-Tickets gelten. Jedenfalls wird die Strecke weiterhin zwei Mal pro Stunde bedient.

Weniger Züge von München über Innsbruck nach Verona

Im internationalen Fernverkehr gibt es jedoch Einschränkungen. So fahren vorerst keine Züge mehr von Villach in Kärnten nach Venedig – vorerst bis Anfang Dezember. Auch die Zugverbindungen von München über Innsbruck nach Verona sind ausgedünnt. Hier fährt nur etwa jeder zweite Zug. Zudem sind die internationalen Nachtzugverbindungen der ÖBB – die Nightjets – eingestellt. Innerhalb von Österreich, etwa von Wien nach Bregenz, kann man aber weiter auch im Schlaf reisen.

Zur erwarteten Auslastungsentwicklung im Lockdown wollten die ÖBB noch keine Einschätzung abgeben. Dafür sei es noch zu früh. Im Sommer sei die Auslastung auf 60 bis 70 Prozent gestiegen, während sie zuletzt wieder „eine deutliche Reduktion" erfahren habe. Einen fast totalen Einbruch wie im ersten Stillstand im Frühjahr erwarten die Bundesbahnen diesmal aber nicht. (TT.com)


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