Corona-Infektionen: Lage bei Spitalspersonal in Tirol weiter angespannt

Derzeit werden in den Tiroler Spitälern 405 Corona-Patienten behandelt, 68 davon auf der Intensivstation. „Unter großen Anstrengungen", so heißt es, könne die Situation derzeit bewältigt werden. Eines der großen Probleme ist, dass nun deutlich mehr Klinikmitarbeiter infiziert sind als dies noch im Frühjahr der Fall war. In Münster wurde eine Notkrankenstation errichtet.

Die Innsbrucker Klinik.
© tirol kliniken

Innsbruck – In Tirol bleibt in den Krankenanstalten Lage beim Personal angespannt. Die Situation sei aber „unter großen Anstrengungen" und mit den entsprechenden Maßnahmen, wie etwa der Verschiebung von geplanten Operationen, noch bewältigbar, so das Land und die tirol kliniken.

Der große Unterschied zum Lockdown im Frühjahr sei, dass nun viel mehr Mitarbeiter infiziert seien. „Wir hatten im Frühjahr nur eine Handvoll infizierter Mitarbeiter, jetzt haben wir das Vielfache davon", sagte Johannes Schwamberger, Sprecher der tirol kliniken. So wurden in den Krankenanstalten der tirol kliniken seit Oktober mindestens 150 Mitarbeiter positiv getestet, wie die TT bereits in der Vorwoche berichtete. Vermutlich aber noch mehr, eine genau Zahl sei, auch weil es sich dabei um geschützte Daten handle, schwierig festzumachen, meinte Schwamberger.

📽️ Video | Eindringlicher Appell der Tiroler Ärzte

Meiste Ansteckungen im privaten Bereich

Auch in den Bezirkskrankenhäusern stellte sich die Lage ähnlich dar. Die steigenden Infektionszahlen seien eine große Herausforderung in Sachen Personalressourcen, hieß es seitens des Landes. Auch hier gab es im Frühjahr eine vergleichsweise geringe Anzahl an Infizierten beim Personal. Der Großteil der Mitarbeiter stecke sich im Privaten an, sagte Schwamberger. Am Arbeitsplatz selbst gebe es nur sehr wenige Ansteckungen.

In Tirol waren mit Stand Dienstagvormittag 405 Covid-Patienten hospitalisiert. 68 davon benötigten intensivmedizinische Behandlung. Im Bundesland stehen derzeit bis zu 200 Intensivbetten für alle Patienten zur Verfügung, 138 davon waren belegt.

Die Situation in den Krankenhäusern

🏥 Höchstwert an Intensivpatienten in Tirol seit Beginn der Pandemie

🔎 Aktuelle Zahlen zu den Corona-Hospitalisierungen:

  • Innsbruck: 86 Normalstation, 35 Intensivstation
  • Kufstein: 52 Normalstation, 8 Intensivstation
  • Schwaz: 48 Normalstation, 3 Intensivstation
  • Hall: 38 Normalstation, 6 Intensivstation
  • St. Johann: 28 Normalstation, 2 Intensivstation
  • Zams: 36 Normalstation, 10 Intensivstation
  • Lienz: 29 Normalstation, 3 Intensivstation
  • Natters: 13 Normalstation, 0 Intensivstation
  • Reutte: 5 Normalstation, 1 Intensivstation
  • Hochzirl: 2 Normalstation, 0 Intensivstation

Notkrankenstation in Münster eingerichtet

Indes wurden zur Sicherstellung von zusätzlichen Bettenkapazitäten für Covid-Patienten im Rehabilitationszentrum Münster 40 zusätzliche Betten in Form einer Notkrankenstation eingerichtet. Die zusätzlichen Betten sollen vor allem jenen Personen zur Verfügung stehen, die nach einer Coronaerkrankung nicht mehr infektiös sind, sich auf dem Weg der Besserung befinden und nicht mehr zwingend eine Behandlung im Krankenhaus, aber dennoch eine Gesundheitsbetreuung benötigen. Drei Patienten wurden bisher nach Münster überstellt.

„Mit der Notkrankenstation in Münster können die Kapazitäten in den Tiroler Krankenanstalten bis zu einem gewissen Grad entlastet werden", sagte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Die Erfahrung aus dem Frühjahr habe gezeigt, dass sich das Reha Zentrum Münster aufgrund der entsprechenden Ausstattung und des vorhandenen Personals dabei sehr gut für eine entsprechende Pflegebetreuung eigne.

Zudem werde vonseiten des Landes derzeit die Verlegung von Tiroler Covid-Patienten in spezialisierte Reha-Einrichtungen der Sozialversicherungen in andere Bundesländer vorbereitet, um die Tiroler Krankenanstalten bei einem weiteren Anstieg der Hospitalisierungen entlasten zu können, hieß es. (TT.com, APA)


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