Gut zu wissen: Was im Lockdown offen hat und was nicht

Noch bis voraussichtlich 6. Dezember ist Österreich in einem zweiten Lockdown wegen der Ausbreitung des Coronavirus. Während dieser Zeit ist auch der Handel geschlossen – mit Ausnahmen. Was es dazu zu wissen gibt.

Der Handel wird wieder heruntergefahren.
© TT/Rachlé

Innsbruck – Die Wirtschaftskammer hat eine Aufstellung verfasst, wer trotz Lockdown öffnen kann und wer nicht. Dabei formuliert die WKÖ vorsichtig: Die Kriterienliste "unterstützt bei der Einschätzung, welche betrieblichen Tätigkeiten erlaubt sind und welche nicht".

⛔️ Welche Geschäfte in der Lockdown-Zeit geschlossen sind

▶️ Laut der COVID-19-Notmaßnahmenverordnung ist das Betreten und das Befahren des Kundenbereichs von Verkaufsgeschäften an Konsumenten verboten.

▶️ Gleiches gilt für Dienstleistungsunternehmen zur Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen, also etwa für

  • Friseure
  • Kosmetiker
  • Masseure
  • Fußpfleger

Ausgenommen sind u.a.

  • medizinische Anwendungen wie Heilmasseure und diabetische Fußpflege
  • Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen die von den Ländern im Rahmen der Behindertenhilfe-, Sozialhilfe-, Teilhabe bzw. Chancengleichheitgesetz erbracht werden
  • veterinärmedizinische Dienstleistungen
  • Dienstleistungen von Berufsfotografen

↔️ Kundenbereiche von allen Unternehmen, die Dienstleistungen anbieten, die nicht körpernah erbracht werden, dürfen betreten werden: Das betrifft etwa Banken, Reparaturen aller Art, Notfalldienstleistungen aller Art, Beratung aller Gewerbe- und Handwerksbetriebe sowie wissensbasierter Dienstleister (z.B. Versicherungsvermittler und Handelsagenten). Casinos sind geschlossen.

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▶️ Auch geschlossen sind Freizeiteinrichtungen.

Vollständige Liste online

▶️ Die elfseitige Aufstellung der Wirtschaftskammer ist im Internet abrufbar.

✅ Welche Geschäfte von der Schließung ausgenommen sind

Von den Schließungen ausgenommen sind u.a.

  • öffentliche Apotheken
  • Lebensmittelhandel hinsichtlich des typischen Warensortiments (einschließlich Verkaufsstellen von Lebensmittelproduzenten)
  • bäuerliche Direktvermarkter
  • Drogerien und Drogeriemärkte hinsichtlich des typischen Warensortiments
  • der Verkauf von Medizinprodukten und Sanitärartikeln
  • Agrarhandel
  • Postdiensteanbieter einschließlich Postpartner
  • Tankstellen und Stromtankstellen sowie Waschanlagen
  • Verkauf von Tierfutter
  • Verkauf und Wartung von Sicherheits- und Notfallprodukten
  • Tabakfachgeschäfte und Zeitungskioske
  • KFZ- und Fahrradwerkstätten

❗️ Lieferservices im Handel an Kunden sind zulässig, ebenso Abholungen und Lieferservice im Gastgewerbe.

Konkret bedeutet das beispielsweise: Vinotheken dürfen offenhalten, da sie laut Wirtschaftskammer unter die Ausnahmeregelung Lebensmittelhandel fallen. Geschlossen bleiben müssen dagegen Buchhandlungen, nur ein Bücher-Lieferdienst ist zulässig.

Für Aufregung auf den Social Media-Kanälen sorgte der Umstand, dass Waffengeschäfte im Corona-Lockdown weiterhin offen halten dürfen. Begründet wird dies mit der Jagd als Berufsausübung und dem Verkauf und von Sicherheits- und Notfallprodukten. (TT.com, APA)

Grundregeln zur Abgrenzung laut Wirtschaftskammer

Handel:

  • In anderen als den oben genannten Betrieben (zB öffentliche Apotheken und Lebensmittelhandel) ist das Betreten von Kundenbereichen zur Abholung von Waren unzulässig. Eine Ausnahme besteht nur für das Gastgewerbe zur Abholung von Speisen und Getränken.
  • Lieferservices an Kunden sind zulässig.
  • Handelsbetriebe, die ein breit gefächertes Sortiment führen, dürfen ausschließlich für die obigen Betriebe typisches Warensortiment verkaufen (zB darf der Baustoffhandel an Privatkunden ausschließlich Futtermittel oder Sicherheits- und Notfallprodukte verkaufen)
  • für Verkaufsgeschäfte von lebensmittelproduzierenden Betrieben (zB Bäcker, Fleischer und Konditoren) gilt die Ausnahme für „Lebensmittelhandel“.

Dienstleistungen:

  • Nicht körpernahe Dienstleistungen können im Betrieb ausgeübt werden. Kundenseitig ist zu beachten, dass Personen den privaten Wohnbereich auch zum Zweck des zulässigen Betretens von Kundenbereichen von Betriebsstätten verlassen dürfen.
  • Allgemein gilt jedoch, dass Dienstleistungen tunlichst im elektronischen Wege oder per Telefon angeboten werden sollen.

Veranstaltungen:

Veranstaltungen sind nur ausnahmsweise zulässig, zB

  • unaufschiebbare berufliche Zusammenkünfte, wenn diese zur Aufrechterhaltung der beruflichen Tätigkeiten erforderlich sind und nicht in digitaler Form abgehalten werden können und
  • Zusammenkünfte zu unbedingt erforderlichen beruflichen Aus- und Fortbildungszwecken.
  • Kundenseitig ist zu beachten, dass Personen den privaten Wohnbereich auch zum Zweck der zulässigen Teilnahme an Veranstaltungen verlassen dürfen.

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