US-Bischöfe an Trump: Hinrichtungen auf Bundesebene sofort stoppen

In den USA fordern katholische Bischöfe vom US-Präsidenten, für kommende Woche geplante Hinrichtungen abzublasen. Für kommende Woche sind doppelt so viele Hinrichtungen geplant als im bisherigen Rekordjahr 1938.

US-Präsident Donald Trump will wieder Menschen hinrichten lassen.
© MANDEL NGAN

Washington – Die katholischen US-Bischöfe haben die Regierung von Donald Trump erneut aufgefordert, die für die kommenden Wochen geplanten Hinrichtungen auf Bundesebene zu stoppen. Die Ausschussvorsitzenden für soziale Gerechtigkeit und Lebensschutz, die Erzbischöfe Paul Coakley und Joseph Naumann, verwiesen laut Kathpress in einer gemeinsamen Erklärung auf eine für Donnerstag (Ortszeit) vorgesehene Hinrichtung.

Der 49-jährige Orlando Cordia Hall soll umgebracht werden, weil er vor 26 Jahren eine damals 16-Jährige entführt, vergewaltigt und ermordet hatte. Für Dezember sind zwei Tötungen von verurteilten Rechtsbrechern geplant.

Papst sichert auch Mördern menschliche Würde zu

"Wir sind auf dem Weg zu zehn Hinrichtungen auf Bundesebene im Jahr 2020, mehr als doppelt so viele wie der bisherige Höchststand von vier Hinrichtungen im Jahr 1938", so die Bischöfe. Die Todesstrafe sei nicht notwendig, um die Gesellschaft zu schützen. Coakley und Naumann erinnerten auch an die jüngste Enzyklika "Fratelli tutti" von Papst Franziskus. Darin spreche dieser auch Mördern eine menschliche Würde zu.

Justizminister William Barr hatte 2019 ein jahrelang gültiges Hinrichtungsmoratorium für Todeskandidaten in Bundesgefängnissen aufgehoben. Der Oberste US-Gerichtshof lehnte die Berufungsanträge der Todeskandidaten im Juni 2020 ab.

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Papst Franziskus hat 2018 eine Änderung im Katechismus der Katholischen Kirche veranlasst. Seitdem wird die Todesstrafe, anders als im ursprünglichen Text aus der Zeit von Johannes Paul II., in Paragraf 2267 als unerlaubt bezeichnet. Trump gibt sein Amt am 20. Jänner an den Demokraten und gläubigen Katholiken Joe Biden ab. (APA)


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