Millionencoup: Schließfächer in Niederösterreich und Wien geleert

Nachdem zunächst von zwei Banken in Niederösterreich berichtet wurde, wurde nun außerdem eine Wiener Bank bekannt, in der Schließfächer geleert worden sind. In mehreren Zugriffen sollen die Täter Geld in Millionenhöhe entwendet haben.

Unbekannte haben mehrere Schließfächer in Niederösterreich und Wien geleert.
© THOMAS LENGER

Wien, Mödling, Klosterneuburg – In Niederösterreich sind die Schließfächer zweier Banken geknackt und geleert worden. Betroffen waren Geldinstitute in Mödling und Klosterneuburg (Bezirk Tulln). Nach Angaben von Polizeisprecher Johann Baumschlager vom Freitag wurden beide Coups in einem ähnlichen Zeitraum am vergangenen Mittwoch durchgeführt. Zudem sei an beiden Standorten von den unbekannten Tätern dieselbe Vorgehensweise an den Tag gelegt worden. Die Schadenshöhe war vorerst unklar. Später wurde bekannt, dass es auch in Wien eine dritte Schließfachleerung gab.

Technische Sperren ohne gewaltsames Aufbrechen umgangen

Zuerst publik geworden war der Vorfall in der Mödlinger Bank. Unbekannte waren dort in den gesicherten Bereich des Safe-Raums eingedrungen. Es sollen technische Sperren überwunden worden sein, von einem gewaltsamen Aufbrechen war nicht die Rede. Wie dies gelang, beschäftigte die Beamten ebenso wie Fragen zu weiteren Einzelheiten zum Coup in Klosterneuburg und mögliche Zusammenhänge der beiden Aktionen.

„Die Diebstahlsgruppe und auch IT-Beamte sind vor Ort, weil wir prüfen müssen, wie der oder die Täter in die Bank gekommen sind", sagte Baumschlager mit Verweis auf die Ermittlungen des Landeskriminalamts Niederösterreich. „Wir stehen ganz am Anfang der Erhebungen", fügte der Sprecher hinzu. Dass, wie kolportiert, eine internationale agierende Bande am Werk war, bestätigte er nicht.

Von einem Millionencoup ist die Rede.
© THOMAS LENGER

Der Kurier spricht von einem Millionencoup

Hinsichtlich der Schadenshöhe waren am Freitag nur Spekulationen möglich. Der Kurier berichtete von einem Millionencoup. Eine Sprecherin von einer der betroffenen Banken sagte dem ORF Niederösterreich, dass aus „derzeitiger Sicht nur einige wenige Schließfächer betroffen" seien. Sie betonte außerdem, dass ein „mehrstufiges, modernes System" vorliege und die Sicherheitsvorkehrungen hoch seien. Üblicherweise würden Schmuck, Wertgegenstände oder Dokumente deponiert.

📽️ Video | Millionencoup in drei Banken

Zu den Ersten, denen das Fehlen von Habseligkeiten aufgefallen war, gehörte laut Kurier am Mittwochabend ein Unternehmer aus dem Bezirk Mödling. Der Mann wollte in der Bank in der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt Münzen in den Banksafe legen. „Ich habe das Schließfach angefordert, wie immer. Aber es war leer", wurde er zitiert.

Dritte Schließfachleerung in Wien

In Wien-Döbling ist ein drittes Geldinstitut zum Tatort geworden. Entsprechende Berichte von ORF und Kurier wurden von Baumschlager am Freitagnachmittag bestätigt. Dabei geht die Polizei davon aus, dass die Diebe seit Oktober bis zuletzt in vermutlich mehreren Zugriffen Schließfächer leer räumten. Dazu hätten sie das elektronische System, das den Zugang zu der betreffenden Räumlichkeit in dem Geldinstitut sichert, „überbrückt". Wie genau die Kriminellen dabei vorgingen, sei noch unklar, sagte Polizeisprecher Marco Jammer auf APA-Anfrage.

Mehrere Schließfächer seien betroffen, wie viele werde noch eruiert. „Die Opfer melden sich erst", so der Sprecher. Daher könne auch die Höhe des Schadens noch nicht beziffert werden. Das Geldinstitut in Döbling sei bis dato die einzige betroffene Bank in Wien. Um welche Bank es sich dabei konkret handelt, will die Landespolizeidirektion nicht bekannt geben. (APA)


Kommentieren


Schlagworte