Thiem kämpft gegen Djokovic um London-Endspiel, auch Medwedew weiter

Bei den ATP Finals besiegte Thiem den „Djoker" 2019 in einem epischem Match – am Samstag könnt es ein Revival geben. „Wenn er gut drauf ist, ist er indoor auf Hartplatz der Beste des Feldes", sagt der Niederösterreicher über die anstehende Partie.

Novak Djokovic löste das Halbfinal-Ticket gegen Alexander Zverev.
© Paul Zimmer via www.imago-images.de

London – Im Kampf um sein sechstes ganz großes Endspiel nach vier Major-Finali und jenem im Vorjahr bei den mit 5,7 Mio. Dollar dotierten ATP Finals in London trifft Dominic Thiem am Samstag (nicht vor 15.00 Uhr MEZ/live Sky Sport Austria) auf den topgesetzten Novak Djokovic. Der US-Open-Sieger spielt zum zwölften Mal gegen den 17-fachen Grand-Slam-Sieger.

Im Abendmatch hat Daniil Medwedew den Reigen der Gruppenspiele mit einem Sieg beendet. Er behielt mit einem 6:3,6:3-Erfolg über Masters-Debütant Diego Schwartzman (ARG) als einziger Einzelspieler die „weiße Weste". Medwedew hatte im Vorjahr sein Debüt in London verpatzt und war mit 0:3-Niederlagen ausgeschieden, nun ist er mit 3:0-Siegen und ohne Satzverlust weiter. Dieses Jahr ist Schwartzman ein siegloser Debütant.

Im Halbfinale, für das er sich in der Gruppe „Tokio 1970" schon zuvor qualifiziert hatte, misst sich der Russe nun mit dem 20-fachen Major-Sieger Rafael Nadal. Dieses wird am Samstag in der Night Session (nicht vor 21 Uhr MEZ) ausgetragen. Davor wird der erste Finalist zwischen Österreichs „Sportler des Jahres" Thiem und dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic (SRB) ermittelt (15 Uhr/beide live Sky).

Das bisher letzte Duell Djokovic-Thiem hatte der 33-jährige Serbe dieses Jahr bei den Australian Open erst nach hartem Kampf und 1:2-Satzrückstand im Finale gewonnen, als er sich mit 6:4,4:6,2:6,6:3,6:4 durchgesetzt hatte.

Djokovic hat sich den Platz im Halbfinale am Freitag im entscheidenden Gruppen-Spiel des Pools „Tokio 1970" gegen Alexander Zverev (GER-5) erspielt. Der Serbe besiegte den Deutschen nach 96 Minuten mit 6:3,7:6(4). Der „Djoker" strebt in London seinen sechsten Titel an und könnte mit Rekordsieger Roger Federer (SUI) gleichziehen. Als Gruppenzweiter trifft er nun auf den Sieger der Gruppe „London 2020", Thiem.

„Wenn er gut drauf ist, ist er wahrscheinlich indoor auf Hartplatz der beste Spieler des Feldes", meinte Thiem mit Blick auf Djokovic. Abgesehen von der bitteren Fünf-Satz-Niederlage in Melbourne hat Thiem im Vorjahr in der O2-Arena einen seinen bisher wertvollsten Siege überhaupt gerade gegen Djokovic gefeiert. Damals rang Thiem den Serben mit 6:7(5),6:3,7:6(5) nieder. „Das war vielleicht das beste Dreisatz-Match, das ich je gespielt habe", erinnerte sich Thiem.

Nach Thiem auch Melzer im Halbfinale der ATP Finals

Nach Dominic Thiem ist Österreich auch im Doppel-Halbfinale beim "Masters" in London vertreten. Jürgen Melzer und sein französischer Partner Edouard Roger-Vasselin profitierten am Freitag von der Aufgabe von Marcel Granollers (ESP), Partner von Horacio Zeballos (ARG), beim Stand von 6:6, 1:0 im Tiebreak. Melzer/Roger-Vasselin hätten das Match in zwei Sätzen gewinnen müssen, um aufzusteigen. Die Aufgabe bewirkte das gleiche. Melzer/Roger-Vasselin sind nun sogar Gruppensieger.

Melzer erreichte damit bei seinem dritten Antreten im Doppel-Masters erstmals das Halbfinale. In diesem trifft er mit Roger-Vasselin als Gruppensieger auf die Zweiten des anderen Pools, Rajeev Ram/Joe Salisbury (USA/GBR-2). Das Match ist für Samstag (19.00 Uhr MEZ/live Sky) angesetzt.

Djokovic weiß, was ihn am Samstag erwartet. „Offensichtlich hat er früher in seiner Karriere auf Sand sein bestes Tennis gespielt, aber natürlich hat er als einer der härtesten Arbeiter auf der Tour sein Toplevel auf allen anderen Belägen gefunden", meinte Djokovic nach seinem Sieg über Zverev noch auf dem Platz in der O2-Arena. „Sein erster Slam ist auf Hartplatz in New York passiert. Ich habe hier letztes Jahr gegen ihn mit 6:7 im dritten Satz verloren, das war ein dramatisches Match und ich hoffe, es wird wieder ein tolles. Hoffentlich diesmal mit einem anderen Ende", sagte er lächelnd.

Damit kommt es am Samstag in beiden Halbfinali wieder zu einer Art Generationen-Duell. Setzen sich Thiem und Nadal durch, dann käme es in London gar zu einer zweiten Auflage nach dem großartigen 7:6,7:6-Erfolg Thiems vom Dienstag. Gegen Medwedew hat Thiem zuletzt im September im US-Open-Halbfinale einen Dreisatz-Sieg gefeiert. (APA)


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