Corona macht "Black Friday" heuer zur virtuellen Rabattschlacht

Der Onlinehandel profitiert vom harten Lockdown, insgesamt schrumpft der Kuchen allerdings. Ein Test der AK zeigt, in 30 Prozent der Fälle gab es bessere Angebote als die Black-Friday-Preise.

Das Geschäft heuer massiv auf den Onlinehandel verschieben.
© AFP

Wien – Nächsten Freitag fällt mit der Rabattaktion "Black Friday" der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Eines zeichnet sich schon jetzt ab: Durch den harten Lockdown wird sich das Geschäft heuer auf den Onlinehandel verschieben, insgesamt dürfte der Umsatz zurückgehen. Der Handelsverband hat seine Erwartungen für das Black Friday Shopping nun auf 370 Millonen Euro (245 Euro pro Kopf) nach unten geschraubt - um acht Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Arbeiterkammer hat zwischen November 2019 und Oktober 2020 bei zehn Händlern 82 exemplarische Angebote im Zusammenhang mit der Werbebotschaft "Black Friday", "Black Friday Week" oder "Cyber Monday" geprüft. Das Ergebnis: In 70 Prozent der Fälle waren die untersuchten BlackFriday-Angebote 2019 tatsächlich am Black Friday am günstigsten. In 30 Prozent der Fälle hingegen gab es bessere Angebote als die Black-Friday-Preise.

Hintergrund

Der Black Friday stammt aus den USA, es ist der Freitag nach Thanksgiving, das immer auf den vierten Donnerstag im November fällt. Das Wochenende nach dem Erntedankfest gilt in den Vereinigten Staaten als Beginn des Weihnachtsgeschäfts.

Der Onlinehandel zieht mit dem Cyber Monday nach. Zunehmend schwappte die Rabattschlacht auch nach Europa über.

Weitere Informationen

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Umsätze vervierfacht

Die Umsätze der heimischen Webshops und der klassischen Einzelhändler am "Black Friday bzw. Cyber Monday"-Wochenende hätten sich allein in den letzten drei Jahren vervierfacht, heißt es seitens des Handelsverbandes. 2019 habe der österreichische Einzelhandel an den Sondereinkaufstagen im November bereits 400 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Konsumenten haben im vergangenen Jahr an diesen Tagen pro Kopf 260 Euro ausgegeben.

Schon bisher hatten der Black Friday und insbesondere der Cyber Monday für den Onlinehandel eine weit größere Bedeutung als für den stationären Handel. In den letzten fünf Jahren sind aber auch immer mehr klassische Händler auf den Zug aufgesprungen. Viele nehmen diese Sondereinkaufstage immer stärker zum Anlass, um neue Kunden zu gewinnen und Stammkunden im E-Commerce mit besonderen Angeboten zu halten.

eCommerce-Anteil erstmals über elf Prozent

Heuer dürfen sich am 27. und 30. November zumindest die Onlinehändler Covid-bedingt auf deutliche Mehrumsätze freuen. Fast 60 Prozent der Österreicher wollen laut einer Umfrage des Handelsverbandes online auf Schnäppchenjagd gehen. Im Vorjahr waren es nur knapp 40 Prozent. Vor allem bei jungen Konsumenten sind die beiden Sondereinkaufstage sehr beliebt, bei den Unter-29-Jährigen planen sogar mehr als 80 Prozent einen Einkauf. Zu den am stärksten nachgefragten Produktgruppen zählen heuer Elektrogeräte, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Kosmetikprodukte, Spielzeug und Schuhe.

Am Ende des heurigen Jahres werde der eCommerce-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz erstmals mehr als elf Prozent erreichen, schätzt der Branchenverband. Viele heimische Händler hätten das Potenzial in den letzten Monaten erkannt und in ihre Webshops investiert. Doch die Konkurrenz durch globale Konzerne wie Amazon oder Alibaba ist beinahe übermächtig.

Ob sich der Black-Friday-Rummel für die Händler und die Kunden auch lohnt, lässt sich nicht ganz eindeutig beantworten. Die Rabatt-Tage um den Black Friday "knabbern natürlich am Weihnachtsgeschäft", räumte ein Sprecher des Handelsverbandes gegenüber der APA ein. Dieser Effekt könnte sich durch den Lockdown noch verstärken. Die Preisnachlässe seien erfahrungsgemäß am Black Friday größer als am Black Monday. (APA)


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