WSG Tirol erstmals über dem ominösen "Strich": Admira-Sieg senkt Stressfaktor

Nach dem zweiten Sieg in Serie war WSG-Trainer Thomas Silberberger "überglücklich". Die nächste Station heißt Sturm Graz. Vor dem Gastspiel in der Steiermark ist der Stressfaktor bei den Tirolern mit dem Blick auf die Tabelle deutlich geringer.

Grünweißer Jubel bei der WSG: Erstmals feierten die Tiroler zwei Siege en suite.
© EXPA/STEFAN ADELSBERGER

Innsbruck – Der Kampf um die sechs Plätze über dem ominösen "Strich" in der Bundesliga hat schon nach acht Runden Fahrt aufgenommen. Den Fünften St. Pölten und den Neunten Ried trennen nur zwei Zähler. Die Innviertler lieferten am Sonntagnachmittag mit einem Sieben-Tore-Spektakel gegen Rapid die nächste Überraschung der Runde ab. Bereits zuvor kostete die WSG Tirol das Gefühl von zwei Erfolge en suite aus. Die Wattener liegen als Sechster so weit vorne wie schon lange nicht.

Thomas Silberberger war demnach auch "überglücklich". Vom verwaisten VIP-Club aus durfte der gesperrte Coach der WSG schon nach wenigen Augenblicken jubeln. Die dänische Juventus-Leihgabe Nikolai Baden Frederiksen schoss Wattens mit einem Doppelpack (2., 45.) zu Beginn und am Ende der ersten Spielhälfte zum 3:0-Heimsieg über die Admira. "Jetzt konnten wir endlich einmal zwei Spiele hintereinander gewinnen. Das ist, glaube ich, zum ersten Mal der Fall", wusste Torhüter Ferdinand Oswald, der sein Team mit starken Paraden vor einem Gegentreffer bewahrte.

Die Admira blieb abgeschlagenes Schlusslicht, weil sie ihre Möglichkeiten teils leichtfertig liegen ließ. Die Wattener, in der Vorsaison noch hauptsächlich in der untersten Tabellenregion zu finden, wollen "diese positive Stimmung mitnehmen", wie Tobias Anselm, der Torschütze zum Endstand (86.), festhielt. Diese führt die Tiroler nun nach Graz, danach geht es daheim gegen den WAC und bei Rapid weiter. Silberberger sah gegen Sturm zumindest einmal den Stressfaktor geringer. "Wir fahren nicht dorthin, wie letztes Jahr, dass du schon komplett umklammert bist von dem Druck", meinte er auf Sky.

Mit diesem Trio bekommt es auch die Austria in den kommenden Runden zu tun. Die Favoritner lieferten beim 1:1 gegen St. Pölten zunächst eine desolate Vorstellung ab, die Niederösterreicher hätten zur Pause weitaus mehr als nur die Führung durch ein Kopftor von Ahmet Muhamedbegovic (39.) herausholen können. Erst mit den Einwechslungen von Alon Turgeman und Aleksandar Jukic und deutlich mehr Engagement und Zielstrebigkeit holten die Violetten dank Jukic' Premierentor in der Liga (84.) noch den verdienten Punkt.

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"Versuchen unser Bestes, das gelingt nicht immer"

"Wir versuchen unser Bestes, im Endeffekt gelingt es nicht immer. Aber wir versuchen es", sagte der 20-jährige Jukic. Er empfahl sich für den Hit nächsten Sonntag, wo es im Derby im Westen Wiens gegen Rapid geht. Peter Stöger konnte zumindest notieren, dass die Abwehr um den starken Schlussmann Patrick Pentz solide agierte. In der Offensive bleibt das Spiel der Austria aber Stückwerk. Die anvisierte Dominanz vermochte sie zumindest nach der Pause gegen passiver werdende St. Pöltner ein wenig auszustrahlen.

Hoffnungsträger sind Turgeman und Dominik Fitz, die nach langwierigen Verletzungen zurückgekehrt sind. "Sie können ein ganz anderes Element in unser Spiel hineinbringen. Aber wir müssen sie langsam heranführen. Da müssen wir wirklich aufpassen", mahnte Stöger jedoch. Einmal mehr betonte er, dass der Platz unter den ersten sechs für die Austria keine Selbstverständlichkeit sei. "Wir müssen uns das erarbeiten. Wir setzen jetzt arrivierte Spieler ein und haben einige junge, die hoffentlich anschieben", erklärte Stöger, der mit Stephan Zwierschitz einen neuen Mann für das zentrale Mittelfeld aus dem Hut zauberte.

Dass die Austria in ihrer momentanen Verfassung gegen den Stadtrivalen wie auch Sturm und den WAC nur schwer bestehen kann, sah Stöger anders. "Ich glaube nicht, dass wir wahnsinnig schlechtere Chancen haben als gegen Altach oder St. Pölten. Es wird viel darauf ankommen, wie wir ins Spiel reingehen. Wenn wir es so wie heute tun, dann werden nicht viele Punkte übrig bleiben", meinte Austrias Coach.

Hängende Köpfe bei St. Pölten ein gutes Zeichen

St. Pölten reiste mit gemischten Gefühlen nach Hause. Auf der Tribüne ärgerte sich Sportdirektor Georg Zellhofer über die vergebenen Chancen beim Stand von 1:0. Trainer Robert Ibertsberger sprach dennoch von keinen verlorenen Punkten. Der Salzburger führte lieber an, dass er eine im Vergleich zum letzten Auftritt gegen die WSG (0:1) deutlich verbesserte Mannschaft gesehen habe.

Dass bei seinem Team nach Schlusspfiff die Köpfe eher nach unten hingen, sei auch ein gutes Zeichen. "Es war eine gewisse Enttäuschung da. Nicht nur bei mir, sondern auch den Spielern. Das sehe ich wieder positiv", meinte Ibertsberger. Auf die "Wölfe" wartet am Samstag ein denkbar schwerer Gegner, wenn Meister Salzburg in der NV Arena gastiert. Ibertsberger hoffte auf mutige Schützlinge: "Wenn du gegen Salzburg zu passiv bist, kann es schlimm ausgehen." (APA)


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