Impfstrategie vorgestellt: Erste Corona-Impfungen in Österreich bereits im Jänner

Schon im Jänner gibt es in Österreich die ersten Covid-19-Impfungen. Die Corona-Impfstrategie umfasst drei Phasen. Begonnen wird demnach in Alters- und Pflegeheimen sowie bei Gesundheitspersonal. Bis März sollen die Bundesländer laut Anschober über bis zu etwa drei Millionen Impfdosen verfügen. Eine Impfquote von „50 Prozent plus X" sei das Ziel. Die Immunisierung bleibt freiwillig.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) stellte am Dienstag die österreichische Covid-19-Impfstrategie vor.
© HERBERT NEUBAUER

Wien – Die Marktzulassung der ersten Coronavirus-Impfungen rückt immer näher und könnte noch heuer erfolgen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Dienstag die Impfstrategie für Österreich präsentiert. In drei Phasen soll im kommenden Jahr die Bevölkerung geimpft werden. Die ersten Impfungen soll es bereits im Jänner geben, kündigte Anschober an. Die Impfung wird jedenfalls freiwillig sein, wurde betont. Ziel ist eine Durchimpfungsrate von mindestens 50 Prozent.

„Je höher die Durchimpfungsrate in Österreich wird, desto geringer sollte schrittweise das Risiko werden", sagte Anschober. Die Impfstrategie soll am Mittwoch beim Ministerrat beschlossen werden. 200 Millionen Euro stehen für den Ankauf von 16,5 Millionen Dosen von fünf Herstellern zur Verfügung. Über weitere zwei Millionen Dosen laufen Verhandlungen auf EU-Ebene. Pro Person sind zwei Impfdosen im Abstand von drei bis vier Wochen notwendig. Die ersten Impfstoffe werden von den Herstellern Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca erwartet. Grundsätzlich steht laut Anschober die Sicherheit an allererster Stelle und nicht der Zeitfaktor.

📽️ Video | Die drei Phasen der Corona-Impfstrategie in Österreich

„Nicht alles wird von heute auf morgen anders werden"

Als erste sollen im Jänner in Alters- und Pflegeheimen Bewohner über 65 Jahren sowie die Mitarbeiter geimpft werden. In der ersten Phase liegt der Focus ebenso auf Pflege- und Gesundheitspersonal in Krankenanstalten, Ordinationen, Rettungsorganisationen und sozialen Diensten sowie auf Hochrisikogruppen mit definierten Vorerkrankungen. „Im Idealfall kann im Jänner, Februar eine Million Dosen für den österreichischen Markt zur Verfügung stehen", sagte Clemens Martin Auer, Covid-Sonderbeauftragter im Gesundheitsministerium. Bei zwei notwendigen Teilimpfungen pro Person wären damit 500.000 Menschen zu immunisieren. Er betonte jedoch, dass „nicht alles von heute auf morgen anders werden" könne, „im Jänner wird nicht alles möglich sein".

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In der zweiten Phase in März und April stehen zwei Millionen Impfstoffe für eine Million Menschen zur Verfügung. Damit sollen grundsätzlich Personen über 65 Jahre sowie solche mit Systemrisiko in den Bereichen Sicherheit, Justiz, Schulen und Bildungseinrichtungen, kritische Infrastruktur und zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens geimpft werden.

Impfungen für Allgemeinheit ab April

Außerdem soll ab dem zweiten Quartal – also ab April – die allgemeine Bevölkerung geimpft werden. Da soll es Impfaktionen in großen Betrieben sowie Impfzentren und Impfstraßen in den Gemeinden geben. Hier könnte auch bereits ein Impfstoff zur Verfügung stehen, der nicht bei minus 80 Grad gelagert werden muss und somit auch bei den Hausärzten verabreicht werden kann. Die Leiterin der Impfabteilung, die auch Mitglied des Nationalen Impfgremiums ist, Maria Paulke-Korinek, sagte, dass noch unklar ist, ob geimpfte Personen andere nicht anstecken werden. Idealerweise soll diese durch eine Impfung natürlich verhindert werden.

Die Impfstoffe werden alle zentral von der EU beschafft. Mit fünf der sieben Impfstoffanbieter wurden bereits fixe Vorverkaufsverträge auf EU-Ebene abgeschlossen. Bei den Verhandlungen konnten die EU-Staaten gemeinsam eine Marktmacht entfalten, erläuterte Auer. Je mehr in Europa produziert werden könne, desto besser sei es für die Welt, sagte Auer - 70 Prozent aller Impfstoffe würden aus Europa kommen. Im Detail wird Astra Zeneca sechs Millionen Dosen nach Österreich liefern, Biontech/Pfizer 3,5 Millionen, Curevac drei Millionen, Johnson&Johnson 2,5 Millionen und Sanofi 1,5 Millionen.

Keine Qualitätsunterschiede

Auer geht davon aus, dass in der EU alle sieben Hersteller, mit denen Vorverträge verhandelt wurden, auch eine Zulassung bekommen werden. Welche Impfstoffe dann wo verwendet werden, sei eine Frage der Praktikabilität, aber nicht der Qualität. „Qualitätsunterschiede wird es am Ende der Reise nicht geben", betonte Auer. Teilweise müssen Impfstoffe bei minus 80 Grad gekühlt werden, diese werden dann in großen Settings wie größeren Impfzentren eingesetzt werden. Impfstoffe können österreichweit an 23 Standorten des Pharmagroßhandels gelagert werden, Tiefkühllagerungen bei minus 80 Grad sind an acht Standorten möglich. (APA)


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