Aktionsplan der EU-Kommission für Integration vorgelegt

Der Aktionsplan will Leistungen von Migranten anerkennen, diese sollen ihr „volles Potenzial ausschöpfen“ können. Zudem soll er sicherstellen, dass Menschen mit Migrationshintergrund ihre Rechte kennen.

EU-Vizekommissionspräsident Margaritis Schinas und EU-Innenkommissarin Ylva Johansson.
© FRANCISCO SECO

Brüssel – Die EU-Kommission hat am heutigen Dienstag ihren Aktionsplan für Integration und Inklusion für die Jahre 2021 bis 2027 vorgestellt. „Jeder, der das Recht hat, in Europa zu sein, sollte sein volles Potenzial ausschöpfen und die Rechte und Pflichten unserer Union übernehmen können“, sagte der für Migration zuständige EU-Vizekommissionspräsident Margaritis Schinas in Brüssel.

Der Aktionsplan erkennt laut der EU-Kommission den wichtigen Beitrag, den Migranten in der EU leisten, an und thematisiert die Hindernisse für Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund, von Neuankommenden bis hin zu EU-Bürgern, in der europäischen Gesellschaft. Als Grundprinzip gilt die Annahme, dass Integration Anstrengungen sowohl von der Person als auch der Gastgemeinschaft erfordert.

„Migranten sind ‚wir‘, nicht ‚sie‘“, sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. „Jeder hat eine Rolle zu spielen, um sicherzustellen, dass unsere Gesellschaften kohärent und erfolgreich sind. Integration und Inklusion bedeutet, Migrantengemeinschaften zuzuhören und zu garantieren, dass jeder seine Rechte unabhängig von der Herkunft genießen kann.“

Die EU-Kommission kann die für Sozialpolitik zuständigen EU-Länder durch Finanzierung, die Entwicklung von Leitlinien und die Förderung von Partnerschaften unterstützten. Für den Bereich der Integration will die EU-Behörde in Brüssel nun inklusive Maßnahmen im Bildungsbereich, darunter die Erleichterung der Anerkennung von Qualifikationen und des Sprachenlernens, und die Verbesserung der Beschäftigungsmöglichkeiten fördern.

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Zugang zu Gesundheitseinrichtungen soll beworben werden

Zudem soll der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen beworben und leistbares Wohnen über verschiedene EU-Fonds (EU-Regionalentwicklungsfonds, Europäischer Sozialfonds Plus, Asyl- und Migrationsfonds, Invest EU) finanziert werden. Auch sieht der Aktionsplan vor, Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt sowie Segregation zu bekämpfen.

Zudem soll er sicherstellen, dass Menschen mit Migrationshintergrund ihre Rechte kennen, insbesondere Frauen während und nach der Schwangerschaft. Die EU-Kommission will die EU-Länder dabei unterstützen, Best-Practice-Beispiele auszutauschen.

Derzeit leben laut den Informationen der EU-Kommission 34 Millionen Menschen in der EU, die außerhalb der Union geboren wurden (acht Prozent der Bevölkerung). Zehn Prozent aller jungen Menschen zwischen 15 und 34 Jahren haben zumindest einen Elternteil, auf den dies zutrifft. 13 Prozent aller Schlüsselarbeitskräfte in der EU kommen aus dem EU-Ausland.

Gleichzeitig ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund zwischen 20 und 64 Jahren, die in der EU beschäftigt sind, mit 64,2 Prozent geringer als jener ohne Migrationshintergrund (73,9 Prozent). Die Armutsgefährdung und das Risiko der sozialen Exklusion sind mit 39 Prozent fast doppelt so hoch als bei Menschen, die in der EU geboren wurden (19,5 Prozent). (APA)


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