EM in Kiew findet ohne Tirolerin Ruprecht statt: „Risiko ist zu groß“

Die EM der Rhythmischen Gymnastik startet ohne Österreichs Nummer eins: Nicol Ruprecht verzichtet, um die Chance auf eine Olympia-Quali zu wahren.

Die neue Ballübung gibt es erst nächstes Jahr wieder zu sehen: Nicol Ruprecht.
© GEPA pictures/ Christian Walgram

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Elf Mal war Nicol Ruprecht bereits bei Europameisterschaften dabei, erstmals 2006, damals noch als Juniorin. Den morgen in Kiew beginnenden Kontinentalbewerb lässt die Tirolerin jetzt aber aus: „Es ist das erste Mal, sonst war ich eigentlich immer dabei.“

Schweren Herzens, gesteht sie, habe sie mit ihrer Trainerin Lucia Egermann diese Entscheidung getroffen, „aber das Risiko ist einfach zu groß“. Eine Covid-19-Infektion würde ihre Pläne erschweren, sich im Frühjahr noch für die Olympischen Spiele 2021 zu qualifizieren. „Ich bin mit 28 Jahren ja nicht mehr die Jüngste. Nach zwei Wochen Zwangspause wieder in den Rhythmus zu kommen, ist jetzt einfach schwieriger“, erklärt die in Wien lebende Wörglerin.

Bislang blieb sie vom Virus verschont. Auch in der Trainingshalle habe es keine Fälle gegeben, sagt sie, in ihrer Familie aber schon – mit einem schweren Verlauf: „Das gibt einem dann schon zu denken.“ Die Lage im EM-Gastgeberland sei dahingehend derzeit auch nicht gerade gut und „eine Quarantäne in der Ukraine muss ich auch nicht unbedingt haben“, nennt Ruprecht als Gründe für die Absage. Zumal die Europameisterschaften ohnehin nicht zur Olympia-Quali zählen und selbst die Russinnen auch nicht starten werden.

So trainiert sie nun in Wien weiter, um die Chance auf Tokio zu wahren. Trotz all der Unsicherheit steht zumindest jetzt fest: Die besten drei Gymnastinnen der vier Weltcup-Bewerbe Anfang 2021 qualifizieren sich für die Spiele, ebenso wie die beste noch nicht Qualifizierte der EM 2021. „So schaut es zumindest im Moment aus, aber man muss anpassungsfähig bleiben“, sagt Ruprecht. Wie zuletzt etwa: Zusätzlich zu der noch vor Corona geplanten Erneuerung von Band- und Reifenübungen erarbeitet sie auch jene mit den Keulen und dem Ball neu. Ruprecht augenzwinkernd: „Sonst wäre mir wirklich langweilig geworden.“

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