Entgeltliche Einschaltung

Zu früh ausziehen kann Verschulden sein

Der Unterhaltsanspruch eines Ehegatten ist weitreichend und komplex. Rechtsanwältin Karin Bronauer gibt einen kurzen Einblick.

Wer in der Ehe schlechter verdient als der Ehepartner, hat in der Regel einen Anspruch auf Unterhaltsleistungen.
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Grundsätzlich besteht schon während der Ehe ein Unterhaltsanspruch des schlechter verdienenden Ehegatten. Verletzungen dieser Beitragspflicht werden oft als Scheidungsgrund geltend gemacht.

Ob und in welcher Höhe auch nach der Scheidung ein Unterhaltsanspruch besteht, hängt von mehreren Faktoren ab. Wird die Ehe aus dem alleinigen oder überwiegenden Verschulden eines Ehegatten geschieden, so hat er dem anderen einen den bisherigen Lebensverhältnissen entsprechenden Unterhalt zu zahlen, sofern die eigenen Einkünfte dafür nicht ausreichen. Die Höhe des zu zahlenden Unterhalts hängt vom Einkommen und sonstigen Sorgepflichten (gegenüber früheren Ehegatten oder Kindern) ab.

Es kann aber auch ein Unterhaltsanspruch unabhängig von einem Verschulden bestehen. Dies ist dann der Fall, wenn wegen der notwendigen Betreuung gemeinsamer Kinder oder wegen des Verzichts auf eine Berufsausübung während der Ehe (etwa wegen Haushaltsführung oder Kindererziehung) ein Unterhaltsbedarf besteht.

Um einen Unterhaltsanspruch nicht zu verlieren, sollte ein Auszug aus der Ehewohnung nicht vor Einholung einer rechtlichen Beratung erfolgen. Der Auszug könnte nämlich als Verschulden vorgeworfen werden.

Ob nach der Scheidung ein Unterhalt bezahlt wird, wirkt sich auch auf mögliche Sozial- und Pensionsleistungen aus. Ein Unterhaltsverzicht könnte zu Kürzungen solcher Leistungen führen. Ohne Unterhaltsleistungen besteht auch kein Anspruch auf eine allfällige Hinterbliebenenrente.

Darüber, ob und in welcher Höhe Sie Anspruch auf einen Unterhalt haben oder einen solchen zahlen müssen, berät Sie Ihr Rechtsanwalt gern.

Kontakt und weitere Informationen: office@kuflaw.at, www.kuflaw.at


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