Verschwörungstheorie zu Corona-Hilfsagentur COFAG widerlegt

Derzeit wird in sozialen Netzwerken fleißig die Theorie verbreitet, dass die staatliche Coronahilfen-Agentur COFAG bereits im Februar – also vor Ausrufung der Pandemie – gegründet wurde. Das entspricht jedoch nicht den Tatsachen.

Das "Auge der Vorsehung" (Symbolfoto) wird seit vielen Jahren von Verschwörungstheoretikern als Symbol für Geheimgesellschaften gesehen.
© Pixabay/Michael Knoll

Wien – Verschwörungstheorien haben mit dem Aufkommen der Corona-Pandemie Hochkonjunktur. Eine solche hat nun auch die staatliche Coronahilfen-Agentur COFAG erfasst. Gemutmaßt wird, dass die COFAG bereits im Februar gegründet worden sei, obwohl die WHO die Pandemie erst im März ausgerufen hat. Und das sei ein Zeichen, dass die Regierung mehr über Corona wusste, als sie den Bürgern sagen wollte. APA-Recherchen zeigen allerdings, dass die COFAG erst Ende März entstanden ist.

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Tatsächlich gegründet worden war im Februar seitens einer Wiener Anwaltskanzlei eine leere Firmenhülle, eine sogenannte Vorratsgesellschaft. Solche werden von Kanzleien aber auch großen Unternehmen laufend gegründet. Sie können im Bedarfsfall rasch für Käufer umgewandelt werden – ohne dass dieser den Gründungsprozess einer GmbH durchlaufen muss, was Zeit spart.

Umbenennung in COFAG erst am 31. März 2020

Konkret gründete die Kanzlei Schönherr am 19. Februar 2020 eine GmbH als SASR Alpha Einundsiebzigste Beteiligungsverwaltungs GmbH ("SASR Alpha") unter der FN 528566 d. Am 27. März 2020 wurde diese Vorratsgesellschaft, der GmbH-Mantel, vom Staat (konkret der ABBAG) gekauft und am 31. März in "COVID-19 Finanzierungsagentur des Bundes GmbH" (COFAG) umbenannt. Firmenbuchauszüge belegen, dass die COFAG seit 31. März existiert und nicht seit Februar.

"Wir haben dadurch nicht nur eine Zeit-, sondern auch eine Kostenersparnis erzielt", sagt COFAG-Geschäftsführer Bernhard Perner auf Anfrage der APA. Unternehmensgegenstand der COFAG ist die Erbringung von Dienstleistungen und das Ergreifen von finanziellen Maßnahmen, die zur Erhaltung der Zahlungsfähigkeit und Überbrückung von Liquiditätsschwierigkeiten von Unternehmen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Erregers SARS-CoV-2 und den dadurch verursachten wirtschaftlichen Auswirkungen geboten sind (§ 2 Abs. 2 Z 7 iVm § 6a Abs. 2 ABBAG-Gesetz). (APA)


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